Ex-Freundin verprügelt und eingesperrt: Lesbe in Wien vor Gericht

Frauen-Trio soll die Frau schwer misshandelt haben

Landesgericht für Strafsachen Wien
Sebastian Baryli/Flickr - CC BY 2.0

Weil ihre Freundin sie betrogen haben soll, ging eine 22-jährige Lesbe aus Wien-Floridsdorf auf die Frau los, schlug und trat sie. Schließlich sperrte sie ihre Freundin gemeinsam mit zwei Komplizinnen in ihrer Wohnung ein. Am Freitag mussten sich die drei Frauen wegen schwerer Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsentziehung vor dem Landesgericht für Strafsachen verantworten. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Seit zwei Monaten war die 22-jährige Hauptbeschuldigte mit ihrer Freundin zusammen. Als sie Gerüchte hörte, dass diese fremdgehen würde, wollte sie klare Fronten schaffen: Am 27. April stellte sie ihre Partnerin vor ihrer Wohnung in Floridsdorf zur Rede. Dabei kam es bereits zu den ersten Tätlichkeiten.

Schließlich gab die Frau zu, dass sie ihre Freundin betrogen hatte und wollte die Beziehung beenden. Doch als sie ihre Sachen aus der Wohnung holen wollte, eskalierte die Situation. Mit ihren besten Freundinnen, einer 21-Jährigen und einer 17-Jährigen, ging die 22-Jährige der Anklage zufolge auf ihre Partnerin los.

Ohrfeigen, Schläge und Tritte – weil sie ihre Freundin betrogen hatte

Wie die Staatsanwaltschaft ausführt, ohrfeigte das teils stark alkoholisierte Trio die Frau, schlug ihr mit der Faust ins Gesicht und trat sie. Dabei erlitt das Opfer einen Nasenbeinbruch, ein Monokelhämatom am Auge, eine Fraktur am rechten Sprunggelenk und Prellungen am rechten Arm.

Schließlich sperrten die drei Frauen ihr Opfer in der Wohnung in Floridsdorf ein und versteckten die Schlüssel. Der Staatsanwaltschaft zufolge drohten sie der verletzten und eingeschüchterten Frau, „dass sie die Wohnung nicht lebend verlassen würde, wenn sie zur Polizei gehen würde“.

„Sie hat mir eh leidgetan“

Vor Gericht waren die drei Angeklagten dann kleinlaut: „Sie hat mir eh leidgetan“, sagt die 22-Jährige zu Richterin Martina Frank. Aber ihre Freundin habe sie körperlich und seelisch verletzt. Vom Vorwurf der Freiheitsentziehung distanzierten sich die Angeklagten: So sei die Tür der Wohnung offen gewesen, die Schlüssel griffbereit am Tisch gelegen.

Das widerspricht der Aussage, die das Opfer vor der Polizei gemacht hat: Demnach hätte das Trio, das teilweise stark betrunken war, sie eingesperrt und über einen längeren Zeitraum geschlagen. Erst am nächsten Tag in der Früh, nach mehreren Stunden, gelang ihr die Flucht.

Vor Gericht konnte das Opfer diese Aussage am Freitag nicht wiederholen: Die Ex-Freundin der Hauptangeklagten war vor Gericht nicht erschienen. Die Richterin vertagte die Verhandlung auf den 26. August.