FBI sieht keinen homophoben Hintergrund bei Anschlag von Orlando

"Kein Hinweis, dass gezielt ein Gay-Club ausgewählt wurde"

Omar Mateen
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Omar Mateen, der am 12. Juni im Schwulenclub „Pulse“ in Orlando 49 Menschen erschossen hat, hat die Tat nicht aus homophoben Gründen begangen. Zu diesem Schluss kommt das FBI.

Die Untersuchungen hätten „nicht ergeben, dass er das ‚Pulse‘ ausgewählt hat, weil es ein Gay-Club ist“, zitiert die „Washington Post“ einen der leitenden Ermittlungsbeamten. So habe es bei der Untersuchung des Smartphones und des Computers von Omar Mateen keine dementsprechenden Hinweise gegeben. Einen ähnlichen Schluss ergibt eine Auswertung der Zeugenaussagen: So habe der Attentäter nach FBI-Informationen während des Anschlags keine homophoben Aussagen gemacht.

Omar Mateen äußerte sich wiederholt homophob

Allerdings haben sich gleich nach dem Anschlag sowohl der Vater von Omar Mateen als auch seine erste Ehefrau daran erinnert, dass er sich wiederholt homophob geäußert hatte. Nach dem Anschlag hatten auch FBI-Direktor James Comey und Justizministerin Loretta Lynch die Tat noch als „Gewaltverbrechen“ verurteilt.

Das FBI ist sich durchaus bewusst, welche Brisanz diese Erkenntnis hat: „Selbstverständlich erkennen wir die schweren Folgen für die LGBT-Community an“, so der Beamte weiter. Dort hat man Angst, dass sexuelle Minderheiten mit dieser Aussage bewusst unsichtbar gemacht werden sollten.

FBI fand auch keine Anzeichen für ein schwules Doppelleben

Bereits Ende Juni hatte das FBI bestritten, dass Omar Mateen ein schwules Doppelleben geführt hatte: Einige Gäste wollen den 29-Jährigen regelmäßig im „Pulse“ gesehen oder auf schwulen Dating-Apps mit ihm gechattet haben. Dafür wurden keine Indizien gefunden, so die US-Bundespolizei.

Mateen hatte am 12. Juni bei einem Anschlag im Nachtclub „Pulse“ 49 Menschen erschossen und 53 zum Teil schwer verletzt. Zum Schluß wurde er von der Polizei erschossen. Er selbst sagte, die Tat im Auftrag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ verübr zu haben. Doch nach Informationen des FBI gibt es auch keine Indizien, dass er einen direkten Kontakt zu ihnen hat.