Nizza-Attentäter war Lover eines 73-jährigen Mannes

Polizei fand Beweise für ein ausschweifendes bisexuelles Sexualleben von Mohamed Lahouaiej Bouhlel

Mohamed Lahouaiej Bouhlel
Twitter/lestrepublicain

Mohamed Lahouaiej Bouhlel, der Attentäter von Nizza, soll bisexuell gewesen sein. Das berichten heute mehrere französische Medien unter Berufung auf Polizeikreise.

Demnach sollten Ermittler auf dem Mobiltelefon des 31-Jährigen Nachrichten, Videos und Fotos von Personen gefunden haben, mit denen Bouhlel kürzlich Sex hatte. Neben weiblichen Kontakten fanden die Beamten auch Bilder und Nachrichten von Männern. Das berichtet der Nachrichtensender BFM TV.

Bouhlel hatte Dates mit Männern und Frauen

„Die meisten ihnen wurden befragt, inklusive eines 73-jährigen Mannes, der ihn als seinen Haupt-Liebhaber bezeichnete“, berichtet die Tageszeitung „Parisien“. Auch entsprechende Dating-Apps sollen auf dem Handy gefunden worden sein. Bouhlel dürfte stellenweise sexuell sehr aktiv gewesen sein: Vor dem Terroranschlag hatte teilweise er „drei, vier Frauen pro Tag“, erklärte Dounia Bouzar, Direktor des Zentrums zur Vorbeugung gegen Radikalisierung, gegenüber BFM TV.

Auch sonst deutete lange nichts auf eine Radikalisierung des Frankotunesiers hin: Wie Freunde dem Fernsehsender sagten, habe er unter anderem Schweinefleisch gegessen und sich bis vor kurzem auch nicht an den Ramadan gehalten. Religion soll bei Mohamed Lahouaiej Bouhlel nie ein Thema gewesen sein.

Zeitpunkt der Radikalisierung unklar

Wann und wie schnell er sich radikalisierte, ist derzeit Gegenstand der Untersuchungen. Ein Verwandter erinnert sich, dass sich der 31-Jährige erst am 15. Juli begonnen hat, einen Bart wachsen zu lassen. Zwei Tage zuvor hatte er sein Auto verkauft. Auf seinem Handy fanden die Ermittler schließlich auch IS-Propaganda, inklusive Gewaltszenen und Enthauptungen.

Mittlerweile arbeiten 200 Polizisten daran, den Spuren nachzugehen, die sich aus der Auswertung des Mobiltelefons ergeben haben. Ein 38-jähriger Albaner wurden inzwischen festgenommen: Er steht im Verdacht, Bouhlel jene Waffe besorgt zu haben, mit der er nach seinem Amoklauf auf die Polizei schoss. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei dem Albaner unter anderem 200 Gramm Kokain und elf Mobiltelefone gefunden. Die Polizei stuft ihn eher als Drogendealer ein und nicht als islamistischer Helfer. Auch andere mutmaßliche Kompizen des Attentäters wurden von den französischen Behörden festgenommen.

Motiv für den Terroranschlag steht noch nicht fest

Mohamed Lahouaiej Bouhlel hatte am Donnerstag, dem französischen Nationalfeiertag, einen zuvor angemieteten Lastwagen in eine Menschenmenge gesteuert, die nach dem traditionellen Feuerwerk auf der Promenade des Anglais flanieren wollte. Dabei hat er 84 Menschen getötet, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Mehr als hundert wurden zum Teil lebensbedrohlich verletzt.

Ein Motiv für den Anschlag könnte sein, dass nach der perversen Logik der Islamisten dem Täter durch einen solchen Selbstmordanschlag all seine Sünden vergeben werden. Sex mit Männern ist für die Terrormiliz eine der schlimmsten Sünden und wird in dem von ihr kontrollierten Gebiet mit dem Tod bestraft. Die Antwort, ob sich Mohamed Lahouaiej Bouhlel mit dem feigen Mord an fast 90 Menschen davon reinwaschen wollte, hat er mit in den Tod genommen.