Mehr Eingetragene Partnerschaften im Vorjahr – und auch mehr Scheidungen

Erstmals wurden auch im Ausland geschlossene Partnerschaften gezählt

Eheringe
Jeff Belmonte/Flickr - CC BY 2.0

Die Zahl der neu geschlossenen Eingetragenen Partnerschaften in Österreich ist 2015 leicht gestiegen – genauso wie die Zahl der Auflösungen. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Statistik Austria hervor.

Demnach wurden im Jahr 2015 insgesamt 423 Eingetragene Partnerschaften begründet. Zum ersten Mal wurden mit der Umstellung auf das Zentrale Personenstandsregister auch im Ausland geschlossene Partnerschaften von Männern und Frauen, die in Österreich leben, erfasst. Diese Möglichkeit nutzten im Vorjahr 39 schwule und lesbische Paare.

Zahl der Partnerschaften insgesamt gestiegen, in Österreich gesunken

Damit ist die Zahl der neu begründeten Partnerschaften leicht gestiegen: 2014 haben sich nur 402 homosexuelle Paare das Ja-Wort gegeben. Gesunken ist allerdings die Zahl der Paare, die sich in Österreich verpartnert haben: Das waren nur 384 Paare, um 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. 220 Paare, das sind 52 Prozent, waren männlich.

Auch sonst sorgt die Statistik für spannende Erkenntnisse: Genau 59 Prozent der gleichgeschlechtlichen Partner war zwischen 30 und 49 Jahre alt. 84,9 Prozent waren vor der Begründung der eingetragenen Partnerschaft ledig.

Auch die Zahl der Scheidungen steigt

Besonders für binationale Paare ist die Schließung einer Eingetragenen Partnerschaft offenbar attraktiv: Nur bei 65,2 Prozent hatten beide Partner die österreichische Staatsbürgerschaft, bei 61,0 Prozent der Eingetragenen Partnerschaften sind beide Partner in Österreich geboren.

Fünf Jahre nach der Einführung von Eingetragenen Partnerschaften steigt nun auch die Zahl der Auflösungen: Im letzten Jahr beendeten 69 homosexuelle Paare ihre Partnerschaft, das ist ein Plus von 38 Prozent verglichen zum Vorjahr. Dabei trennen sich 94,2 Prozent der Paare einvernehmlich. Mit 58 Prozent war mehr als die Hälfte der Paare, die ihre Eingetragene Partnerschaft auflöste, weiblich. Zwei Drittel der Paare (68,1 Prozent) waren zwischen 30 und 49 Jahre alt.