Türkische Gemeinde erstmals beim CSD Stuttgart

"Wir können die Augen vor Diskriminierung nicht verschließen"

Wenn am Samstag die Polit-Parade des CSD Stuttgart durch die Straßen der Landeshauptstadt zieht, wird eine Gruppe besondere Aufmerksamkeit bekommen: Zum ersten Mal nimmt die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg aktiv am Umzug teil.

Damit möchte sich die Gemeinde aktiv mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzen – für viele Türken in Deutschland noch immer ein Tabu. Dem entsprechend habe es auch Widerstand gegen die Paraden-Teilnahme gegeben, gesteht Gökay Sofuoğlu, der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, ein.

Türkische Gemeinde setzt sich gegen Diskriminierung von LGBT ein

Trotzdem muss das Thema auf die Tagesordnung, ist er überzeugt: „Wir können aber als Verein, der sich gegen Diskriminierung jeder Art einsetzt, davor nicht die Augen verschließen“, erklärt Sofuoğlu, der auch Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Baden-Württemberg ist. Sie hofft von dem Auftritt, dass Eltern von lesbischen oder schwulen Jugendlichen dem Thema letztendlich mit mehr Toleranz begegnen.

Bereits im Jahr 2013 hatte sich die Türkische Gemeinde in Deutschland für eine „volle Gleichstellung von Schwulen und Lesben“ ausgesprochen. Mit dem Projekt „Kultursensible sexuelle Orientierung“, das im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde, möchte die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg die persönliche Situation für junge LGBT-Migranten unterschiedlicher Herkunft verbessern. Das Projekt wird auch vom Bundesfamilienministerium gefördert. In Schleswig-Holstein ist der Landesverband auch Mitglied im Bündnis gegen Homophobie.