Obdachlose Trans-Frau wollte zurück ins Gefängnis

Auf der Straße war sie nicht mehr sicher

Linda Thompson
Oregon Department of Corrections

In den USA hat eine obdachlose Transgender-Frau eine Bank überfallen, weil sie wieder zurück ins Gefängnis wollte.

Die 59-jährige Linda Thompson stürmte am 27. Juli in eine Bank in Cheyene im US-Bundesstaat Wyoming. Sie forderte einen Kassier mit einem handgeschriebenen Karton auf, ihr sein ganzes Geld zu geben. Doch was nach dem Überfall kam, überraschte alle.

Mit den etwa tausend Dollar, die sie erbeutet hatte, stellte sie sich vor die Bank und warf einen Teil Beute in die Luft. Einigen Passanten drückte sie Geldscheine in die Hand, dann setzte sie sich auf den Gehsteig und wartete auf die Polizei. Den Beamten erklärte Linda Thompson: „Ich habe gerade die Bank ausgeraubt, ich möchte zurück ins Gefängnis.“

Angriffe von anderen Obdachlosen, kein Platz im Heim

Als obdachlose Transgender war sie auf der Straße immer wieder den Angriffen anderer Obdachloser ausgesetzt, auch von Passanten wurde sie gedemütigt. Einmal wurde sie sogar verletzt. In einer Obdachlosen-Unterkunft hat sie kein Zimmer bekommen. Für ein Leben in Sicherheit hatte sie nur eine Möglichkeit: Sie wollte sie zurück in jenes Frauengefängnis, in dem sie die Zeit vor ihrer Freilassung verbrachte.

Dort musste sie eine Strafe absitzen, weil sie im Jahr 2010 einen Banküberfall begangen hatte. Für den Fall, dass sie wieder auf freien Fuß gesetzt werden sollte, kündigte sie weitere Straftaten an.