Minister droht mit Mob: Uganda Pride kurzfristig abgesagt

Flagge von Uganda
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In Uganda wurde der für letztes Wochenende geplante Lesben- und Schwulenumzug kurzfristig abgesagt. Grund dafür ist offenbar auch eine offene Drohung des Ethikministers des Landes gegenüber den Veranstaltern.

Minister drohte mit Mob, der LGBT-Parade stürmt

Die Sicherheit der Teilnehmer könne nicht mehr gewährleistet werden, heißt es in einer Mitteilung. Und dazu besteht offenbar guter Grund: So soll Simon Lokodo, Ethikminister Ugandas, dem Anwalt der Organisation „Chapter 4“, am Freitag offen gedroht haben: „Der Minister hat damit gedroht, einen Mob und eine große Anzahl Polizisten zu mobilisieren, die jeden zusammenschlagen, der beim Pride erscheint“, erzählt Nick Opiyo dem US-Magazin „Buzzfeed“.

Dass das keine leere Drohung ist, hat Lokodo schon im Jahr 2012 bewiesen: Da hat er eine LGBT-Veranstaltung verhindert, da er persönlich mit Polizisten in dem Hotel auftauchte, in dem die Veranstaltung stattfinden sollte. Lesben und Schwule sind seiner Ansicht nach prinzipiell „schlechte Menschen“, die „unser aller Leben“ ruinierten.

Dabei konnte die Uganda Pride in den letzten Jahren relativ ungestört stattfinden. Aus Sicherheitsgründen wurde der genaue Ort zwar so lange wie möglich geheim gehalten, doch seitens der Behörden gab es keine Schikanen.

Behörden verschärften Vorgehen gegenüber sexuellen Minderheiten

Dass sich das dieses Jahr ändern könnte, hat schon die Reaktion des Staates auf eine harmlose Mister- und Miss-Wahl der LGBT-Community letzte Woche gezeigt: Die Veranstaltung wurde von der Polizei gestürmt, mehr als 20 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Transgender wurden bei dieser Razzia von den Beamten sexuell belästigt, ein junger Schwuler stürzte sich bei der Flucht vor der Polizei aus dem vierten Stock.

Mittlerweile hat das deutsche Außenministerium mitgeteilt, dass sich die westlichen Botschaften in Uganda abstimmen, Kontakt mit den Betroffenen halten und sich dafür einsetzen, „dass die weiteren geplanten Veranstaltungen im Rahmen von Uganda Pride unbehindert stattfinden können“.

Das ist auch im Sinne der Veranstalter: Die fünfte LGBT-Parade Ugandas und weitere Termine sollen aber schnellstmöglich nachgeholt werden, versprechen die Organisatoren. Entsprechende „Verhandlungen mit wichtigen Regierungsverantwortlichen“ hätten bereits begonnen, teilten sie mit.