Schwuler Mann mit Eiern und Steinen beworfen

Mutmaßliches Opfer will nun andere schwule Männer vor homophoben Angriffen warnen

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In Gütersloh im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ist ein offen schwuler Mann eigenen Angaben zufolge zum Opfer einer homophoben Attacke geworden: Wie er berichtet, wurde er von mehreren Personen mit Eiern und Steinen beworfen, wie durch ein Wunder blieb der 42-Jährige unverletzt. Die Täter dürften schon mehrere Opfer misshandelt haben – doch keiner von ihnen hat Anzeige erstattet.

Wie die „Osnabrücker Zeitung“ berichtet, hat der Mann auf der schwulen Dating-Plattform PlanetRomeo einen 22-Jährigen kennengelernt. Die beiden Männer sollen sogar miteinander telefoniert und zu einem Date verabredet haben. Treffpunkt sollte eine Bushaltestelle sein, berichtet der Mann. „Ich hatte zu keinem Zeitpunkt einen Grund, an den aufrichtigen Absichten dieser Person zu zweifeln“, so das spätere Opfer der Zeitung.

Aus dem Dunklen mit Eiern beworfen

Doch am Treffpunkt angekommen, erwartet den 42-Jährigen eine unangenehme Überraschung: Denn sein Date ist nicht am ausgemachten Ort – dafür wird er aus der Dunkelheit heraus mit Eiern beworfen. „Im ersten Moment dachte ich, dass es sich hier um einen Scherz von Kindern handelt und habe mich einfach ein Stück abseits der Haltestelle gestellt“, sagt der Mann der Zeitung.

Doch es war kein schlechter Scherz von Kindern – sondern pure Absicht von mehreren perfiden Schwulenhassern. Und die waren mit ihrem Plan noch nicht fertig: Denn kurz darauf klingelt das Handy des Opfers – am anderen Ende ist sein mutmaßliches Date. Dieses schlug dann einen anderen Treffpunkt in der Nähe vor.

Am zweiten Treffpunkt beschimpft und verfolgt

Als er dort ankommt, wird der 42-Jährige wieder beworfen. Und diesmal fliegen nicht nur Eier auf den Mann. Auch Steine fliegen in seine Richtung. Er hört, wie mehrere Leute Sätze wie „Da ist die schwule Sau!“ und „Macht die Schwuchtel fertig!“ rufen. Er flüchtet – und bemerkt, wie er von einigen Personen noch ein Stück verfolgt wird.

Bei der Polizei berichtet der 42-Jährige von seinem Erlebnis – Anzeige erstattet er aber keine: „Denn kommt es zu einem juristischen Verfahren, wissen die Täter meine Adresse“, so das Opfer. Und das will er vermeiden „Ich habe Angst und Panik, dass die mich nochmals aufsuchen könnten“, sagt er der „Osnabrücker Zeitung“.

Kein Opfer will Anzeige erstatten

Aber er warnt andere User auf dem Datingportal. Dabei stellt sich schnell heraus: Der 42-Jährige war offenbar nicht das einzige Opfer der Schwulenhasser. Mehrere User melden sich und berichten von ähnlichen Erlebnissen – Treffpunkt war dabei immer die gleiche Bushaltestelle.

Anzeige wurde aber von keinem der Opfer erstattet – der Polizei sind deshalb die Hände gebunden. Der 42-Jährige berichtet aber der Zeitung, mittlerweile selbst ein wenig recherchiert zu haben: „Ich habe überprüft, ob es ein WhatsApp-Profil zu dieser Handynummer gibt“ Mit Erfolg: Das WhatsApp-Profilfoto zeigt einen jüngeren Mann im Trikot einer türkischen Fußballmannschaft.