SPÖ-Vorschlag: Tausche Burka-Verbot gegen Ehe-Öffnung

Für SPÖ-Klubchef Schieder "gleich zwei liberale Schritte nach vorne"

Andreas Schieder
Johannes Zinner/SPÖ

Auf dem Weg, die ÖVP zu einer Öffnung der Ehe zu bewegen, geht sie SPÖ jetzt auch ungewöhnliche Wege. Klubobmann Andreas Schieder hat den Wunsch von Integrationsminister Sebastian Kurz nach einem Burka-Verbot unterstützt – und mit der Forderung nach der Öffnung der Ehe verknüpft.

Schieder schlägt der ÖVP einen liberalen Deal vor

„Ich habe keine Lust mehr, Dinge wie Burka und Niqab unter dem Deckmantel der liberalen, freien Gesellschaft zu verteidigen“, erklärt der Fraktionsführer der Sozialdemokraten im Nationalrat. Deshalb würde er einen entsprechenden Vorstoß des Koalitionspartners unterstützen – unter einer Bedingung: „Wenn man die Burka verbietet und gleichzeitig die Homosexuellen-Ehe einführt, hätten wir gleich zwei liberale Schritte nach vorne gesetzt“, so Schieder in einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“.

Für diese Verknüpfung bekommt Schieder aus der Community viel Aufmerksamkeit. „Danke Andreas Schieder für deine klaren Worte in die richtige Richtung!“, sagt beispielsweise Schieders Parteifreund Georg Djundja, Salzburger Landesvorsitzender der SoHo, der sozialdemokratischen LSBTI-Organisation.

SPÖ-Traschkowisch verwundert, ÖVP-Lopatka ablehnend

Nicht ganz überzeugt von diesem Deal ist allerdings Djundjas Vorgesetzter, SoHo-Bundesvorsitzender Peter Traschkowitsch. Er sei „verwundert“, schreibt er auf Facebook, „wenn man über ein Burka Verbot spricht und im selben Atemzug die Einführung der Homo-Ehe fordert.“ Das sei ein „etwas seltsamer Vergleich“, so der SoHo-Bundeschef.

Doch ob es dazu kommen wird, ist mehr als fraglich: „Ich halte ein solches Junktim für völlig unangebracht“, ärgert sich Schieders Gegenüber, ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka, gegenüber den „Salzburger Nachrichten“.