Nordirland kippt Blutspende-Verbot für schwule Männer

Nach 12 Monaten Enthaltsamkeit ist die Blutspende erlaubt

Blutkonserven
Symbolbild - Rotes Kreut

Seit gestern dürfen schwule Männer in Nordirland Blut spenden. Das lebenslange Blutspende-Verbot für schwule Männer wurde aufgehoben. Damit gelten im kleinsten Teil des Vereinigten Königreichs nun für die Blutspende die gleichen Regeln wie in England, Wales und Schottland.

Dort dürfen schwule Männer bereits seit 2011 Blut spenden, wenn sie mindestens 12 Monate keinen Sex mit anderen Männern hatten. Mehr als fünf Jahre haben sich Gesundheitsminister der konservativ-protestantischen Democratic Unionist Party (DUP) dagegen gewehrt, die britische Regelung zu übernehmen. Sie begründeten das mit der Sicherheit der Blutkonserven. Schwulenaktivisten haben gegen das Verbot geklagt und gewonnen, doch die verantwortlichen Politiker gingen in Berufung.

Neue Gesundheitsministerin gibt Fundamental-Opposition auf

Doch seit Michelle O’Neill im Gesundheitsministerium von Belfast sitzt, weht ein anderer Wind. Sie hat bereits angekündigt, das Blutspendeverbot für schwule Männer nicht weiter vor Gericht zu verteidigen. Nun setzte sie diese Ankündigung in die Tat um.

„Als Gesundheitsministerin ist meine oberste Verantwortung in dieser Causa die Patientensicherheit“, erklärt sie. Aktuelle Erhebungen aus Großbritannien würden zeigen, dass nach der Jahresfrist das Risiko, mit dem Blut Krankheitserreger zu übertragen, deutlich geringer ist. „Meine Entscheidung basiert auf den Daten über die Sicherheit von gespendetem Blut“, so die O’Neill weiter.

In Großbritannien und anderen europäischen Ländern wurde im Zuge der Aids-Krise in den 1980er-Jahren ein Blutspendeverbot für schwule Männer verhängt. Immer mehr Länder lockern diese Richtlinien in den letzten Jahren aufgrund aktueller Untersuchungen. In Österreich oder Deutschland bleibt die Blutspende aber weiterhin auch monogam oder enthaltsam lebenden schwulen Männern verwehrt.