Skandinavischer LGBT-Aktivist Kaj Heino ist tot

Genaue Umstände des Todes sind noch ungeklärt

Kaj Heino
privat

Einer der bekanntesten LGBT-Aktivisten Skandinaviens ist tot. Kaj Heino, der zuletzt im schwedischen Göteborg aktiv war, wurde in der Nacht auf Dienstag von der Ambulanz in einer Wohnung in Södermalm, einem Bezirk von Stockholm, verletzt gefunden. Wenig später erlag er seinen Verletzungen, berichten schwedische Medien.

Die schwedische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Tod des 44-Jährigen eine etwa 50-jährige Person vorübergehend festgenommen, die sich ebenfalls in der Wohnung befunden hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen diesen Mann wegen Mordes. Nähere Umstände zum Tod des Aktivisten sind noch nicht bekannt. Eine Obduktion wurde angeordnet.

Seit 30 Jahren für die Community aktiv

Seine Arbeit für die Community begann Kaj Heino als Schüler vor 30 Jahren in der finnischen LGBT-Organisation SETA. Dort war er Vorsitzender der Organisation in der westfinnischen Hafenstadt Vaasa und stellvertretender Vorsitzender der Landesorganisation. Nach seinem Umzug ins schwedische Göteborg engagierte er sich in der Community-Organisation RFSL, in deren Vorstand er von 2010-2012 war. Als aktives Community der schwulen Fetisch-Community war er auch vier Jahre lang Vorsitzender des SLM Göteborg.

Innerhalb der Community hat er sich unter anderem dem Kampf gegen Rassismus in der Community gewidmet und war auch beim schwedischen Antidiskriminierungsbüro aktiv. Außerdem hat er sich bei der LGBTQ-Beratung, der lokalen Aids-Hilfe und der Organisation der West Pride engagiert. Zuletzt arbeitete er in der LGBT-freundlichen Bar „Haket“ in Göteborg.

„Worte reichen nicht, um die Trauer zu beschreiben“

In Schweden und Finnland ist die Trauer über das Ableben des Aktivisten groß. „Die Liste der Dinge, die Kaj für die LGBT-Community getan hat, ist sehr lang und er lässt viele Freunde und Kollegen mit einem schweren Herzen zurück. RFSL trauert um Kaj und das, wofür er kämpfte“, heißt es in einer Stellungnahme der LGBT-Organisation, die auch eine Gedenkfeier für den Aktivisten organisiert hat.

Auch der SLM Göteborg trauerte um sein Mitglied. Einen seiner letzten öffentlichen Auftritte hatte er bei der Jahresversammlung des ECMC in Helsinki, bei dem auch der diesjährige „Mister Fetish Europe“ gewählt wurde. Dem entsprechend verabschiedete sich auch der MSC Finland: „Worte reichen nicht, um die Trauer zu beschreiben“, heißt es: „Unsere Gedanken sind bei den engsten Angehörigen und Freunden von Kaj. Er war eine herzensgute Person, die immer allen helfen wollte. Schlafe gut, Fetisch-Bruder.“