[Video] Trans-Schauspielerin Alexis Arquette ist tot

Sie starb im Alter von 47 Jahren

Alexis Arquette
© Glenn Francis, www.PacificProDigital.com

Die transsexuelle Schauspielerin Alexis Arquette ist tot. Sie starb im Alter von nur 47 Jahren in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Los Angeles. Ihre Familie war in der Stunde ihres Todes bei ihr. Informationen über die Todesursache wurden nicht veröffentlicht.

„Unser Bruder Robert, der unser Bruder Alexis wurde, der unsere Schwester Alexis wurde, ist am Morgen des 11. September um 0.32 Uhr gestorben“, schrieb ihr Bruder Richmond Arquette auf Facebook. Als sie im Sterben lag, sei „Starman“ von David Bowie gespielt worden.

„Sie ist gegangen, bevor wir bereit waren sie gehen zu lassen“

Man habe den Körper der Schwester mit Rosenblättern gewaschen und Blumen um sie herum aufgestellt, schreibt Richmond weiter. „Alexis muss immer alles zuerst machen“, so der Bruder. „Sie ist gegangen, bevor wir bereit waren sie gehen zu lassen.“

Alexis Arquette war ein Mitglied der berühmten Schauspieler-Dynastie: Ihr Vater Lewis Arquette spielte unter anderem in der TV-Serie „Die Waltons“ mit. Ihre Geschwister sind unter anderem „Oscar“-Gewinnerin Patricia Arquette, die zuletzt in der Fernsehserie „CSI:Cyber“ zu sehen war, „Pulp Fiction“-Darstellerin Rosanna Arquette und der Schauspieler David Arquette.

Ihr Spielfilmdebut hatte Alexis 1989 im Film „Letzte Ausfahrt Brooklyn“ von Bernd Eichinger und Uli Edel als Trans-Prostituierte Georgette. Danach spielte sie in mehreren Filmen und Fernsehserien. Im 1994 gedrehten Film „Pulp Fiction“ spielte sie einen Mann. Im Jahr 1998 wird sie im Abspann des Filmes „The Wedding Singer“ noch als Robert Arquette genannt. Sie hatte auch eine Rolle im Robbie-Williams-Video zu „She’s Madonna“.

Schon mit 12 Jahren hatte sie sich geschminkt

Im Jahr 2009 erzählte sie in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN, dass sie sich geschminkt hatte, seit sie zwölf Jahre alt war. Ihre Familie habe sie dabei stets unterstützt – „aber sie hatten Angst davor, dass ich, sollte ich mich als transsexuell outen, auf der Straße beschimpft werde“, so die Schauspielerin.

Zunächst wurde Alexis Arquette in der Öffentlichkeit als Drag Queen bekannt, da sie auch in Clubs als Alter Ego Eva Destruction auftrat. Später gab sie bekannt, sich einer geschlechtsanpassenden Operation unterziehen zu wollen. Auch hier war sie sich immer klar, dass ihr dieser Schritt verhältnismäßig leicht fallen konnte.

„Coming Out ist als US-Promi viel einfacher als irgendwo sonst“

„Das Coming Out als Transsexuelle in Amerika ist in einer Promi-Familie viel einfacher als irgendwo sonst auf der Welt“, sagte Arquette in einem Interview mit „Entertainment Weekly“. „In vielen anderen Teilen der Welt, werden Transsexuelle nach ihrem Coming Out auf offener Straße ermordet“, war der Schauspielerin bewusst.

Ihre Geschlechtsanpassung ließ Alexis Arquette filmisch dokumentieren. Eineinhalb Jahre ließ sie sich für die Dokumentation „Alexis Arquette: She’s My Brother“, die 2007 erschien, von einem Filmteam auf ihrem Weg zur Frau begleiten.

Der Tod von Alexis Arquette erschütterte auch die Schauspielerszene. Boy George schrieb auf Twitter: „Ein weiteres helles Licht ist viel zu früh erloschen“. Für Roseanne Barr, in deren Serie Arquette auch mitspielte, hat ein „Vagenius diese Sphäre verlassen“.

Ihr Bruder David dankte auf Twitter für die Beileidsbekundungen und erklärte, seine Schwester sei „meine Heldin für die Ewigkeit“. Ihre Schwester Patricia postete auf Twitter das Video zu David Bowies „Starman“ – jenem Lied, das Alexis hörte, während sie starb.