Chelsea Manning beendet Hungerstreik

Armeeführung gab grünes Licht für geschlechtsanpassende Operation

Chelsea Manning
privat/Archiv

Die inhaftierte WikiLeaks-Informatin Chelsea Manning hat ihren mehrtägigen Hungerstreik beendet. Das US-Militär habe der Transfrau zugesagt, ihr eine geschlechtsanpassende Operation zu ermöglichen, erklärte ihr Anwalt Chase Strangio mehreren US-Medien.

Damit sei die Armeeführung einer zentralen Forderung nachgekommen, so Strangio weiter. Einen konkreten Zeitrahmen für die Maßnahmen gebe es nicht. Gegenüber CNN meinte der Anwalt, die Zusage der Operation sei ein „monumentaler Tag für Chelsea“. Sie bekomme nun endlich die Hilfe, die Transgender-Häftlingen sonst systematisch verwehrt werde, „einfach nur weil sie Transgender sind“. So muss sie beispielsweise ihre Haare in der vorgeschriebenen Länge für männliche Soldaten tragen.

Chelsea Manning wird als Transgender diskriminiert

Wegen der Haftumstände und weil ihr Medikamente, die sie als Transgender braucht, verwehrt würden, trat Chelsea Manning in Hungerstreik. Sie werde streiken, bis sie „ein Minimum an Würde, Respekt und Menschlichkeit“ erfahre und die „konstante, bewusste und übereifrige Überprüfung durch das Gefängnis- und Militärpersonal“ ende, hieß es am Freitag in einer Stellungnahme. Im Juli hatte Manning deshalb einen Selbstmordversuch unternommen, nach dem sie stationär behandelt werden musste.

Chelsea Manning hatte als Soldat Bradley Manning im Irak gedient und der Enthüllungsplattform WikiLeaks geheime Militärdokumente zugespielt. Daraufhin wurde er zu einer 35-jährigen Haftstrafe wegen Spionage und Verrat verurteilt. In der Haft begann Manning mit ihrer Geschlechtsanpassung. Sie sitzt ihre Strafe im US-Militärgefängnis in Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas ab, in dem ausschließlich Männer inhaftiert sind.