Bischof kritisiert Haltung der Kirche zu Lesben und Schwulen

Klare Worte von José Raúl Vera López in Wien

José Raúl Vera López
Diözese Saltillo

Der mexikanische Bischof José Raúl Vera López hat bei einem Besuch in Wien den Umgang der römisch-katholischen Kirche mit Lesben und Schwulen scharf kritisiert. Das berichtet heute religion.ORF.at.

Es sei ein Problem „dass wir glauben, dass diese Menschen krank oder pervers sind“, so der 71-jährige Bischof in einem Pressegespräch im Don-Bosco-Haus in Wien-Hietzing. Der Grund, warum die römisch-katholische Kirche ein gestörtes Verhältnis zu gleichgeschlechtlich liebenden Menschen habe, sei ein „tiefergehendes Problem“, das „auf das Konzept der Sexualität“ innerhalb der Kirche zurückgehe, so Vera Lopez. Als weiteres Beispiel dafür nannte er das Zölibat, mit dem „wir sehr frauenfeindlich sind. Und das ist ein Problem.“

Für Konservative ist Vera López der „Bischof der Homo-Lobby“

José Raúl Vera López ist seit 1999 der römisch-katholische Bischof von Saltillo, einer Stadt in der Nähe der US-amerikanischen Grenze. Er setzt sich seit Jahren für Menschenrechtsthemen ein und wurde auch immer wieder als Kandidat für den Friedensnobelpreis genannt. Mit seinen progressiven Positionen ist er weder in der Kirche noch in der mexikanischen Gesellschaft unumstritten.

Unter erzkonservativen Gruppen wird er deshalb auch als „Bischof der Homo-Lobby“ bezeichnet. So hat er unter anderem in Mexiko die Tochter eines lesbischen Paares getauft. Vor einem Jahr war er im Vorfeld der Familiensynode in Rom als Gastredner bei der einer Tagung von LGBT-Katholiken eingeladen.