Wien: Asylwerber sollen Flüchtling vergewaltigt haben

Mutmaßliches Opfer wurde nach der Versorgung im Krankenhaus selbst zum Täter

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In Wien soll ein Flüchtling am Sonntag von zwei Asylbewerbern vergewaltigt worden sein. Das berichtet die Tageszeitung „Heute“. Danach soll er dem mutmaßlichen Täter ein Messer in die Brust gerammt haben.

Es ist ein Fall, der einige Fragen offen lässt. Am Sonntag gegen 12.15 Uhr wurde die Polizei in ein Krankenhaus gerufen. Ein 35-jähriger Asylwerber gab an, in einer Wohnung in Wien-Ottakring von zwei Männern vergewaltigt worden zu sein.

Mann wurde betäubt und dann missbraucht

Die Angaben des Opfers waren spärlich: Er gab an, in der Wohnung ein Glas Limonade getrunken zu haben und anschließend bewusstlos geworden zu sein. Das sollen zwei Asylwerber ausgenutzt und ihn vergewaltigt haben. Wo genau die Tat stattgefunden hat oder weitere Details zu den mutmaßlichen Tätern verriet der Mann den Beamten nicht.

Als die medizinische Behandlung und polizeiliche Einvernahme des Mannes beendet war, machte er sich auf den Weg in die Absberggasse nach Wien-Favoriten. Dort wohnte auch einer der Männer, die den 35-Jährigen vergewaltigt haben sollen.

Selbstjustiz statt Kooperation mit der Polizei

Er stellte den 27-Jährigen zur Rede. Schließlich schnappte er sich ein Messer und stach auf seinen mutmaßlichen Peiniger in die Brust. Augenzeugen riefen die Polizei. Die Sondereinheit WEGA nahm den Mann noch vor Ort fest.

Der 27-Jährige wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Spital eingeliefert. Er überlebte nur knapp. Mittlerweile konnte er auch einvernommen werden. Geäußert hat er sich bis jetzt allerdings nur zur Messerattacke. Zur mutmaßlichen Vergewaltigung schweigt er.

Nicht sehr aufschlussreich war auch die zweite Einvernahme des 35-Jährigen: Dort sagte er den Beamten nach Informationen von „Heute“, dass sein Asylantrag gefälscht war. Er sei kein Syrer, sondern Marokkaner – und auch nicht 35, sondern bereits 45 Jahre alt. Weitere Aussagen verweigerte der Mann. Die Ermittlungen laufen.