Verbrannte hochrangiger AfD-Funktionär eine Regenbogenflagge?

Jörg Sobolewski leitet den parteieigenen Ordnerdienst

Regenbogenflagge wird verbrannt
Twitter/AfD Leaks Berlin

In Berlin soll ein führendes Mitglied der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) im Rahmen einer Burschenschaftsfeier eine Regenbogenflagge verbrannt haben. Die Flagge könnte zuvor vom Rathaus Zehlendorf gestohlen worden sein. Für den Sprecher der rechtspopulistischen Partei ist das alles offenbar kein großes Problem.

Ein Video, das der Enthüllungsplattform „AFDLeaks_Berlin“ zugespielt wurde, zeigt zwei Männer beim Verbrennen der Regenbogenflagge. Einer der beiden Männer soll der 26-jährige Jörg Sobolewski sein. Der Jus-Student ist in der AfD fest verankert: So ist er Chef des parteieigenen Ordnerdienstes.

Fahnenklau und Verbrennung bei Burschenschafts-Feier?

Und Sobolewski ist auch Mitglied der rechtskonservativen Berliner Burschenschaft „Gothia“. In einer geschlossenen Facebook-Gruppe der Burschenschaft soll das Video vom Verbrennen der Regenbogenflagge geteilt worden sein, so „AFDLeaks_Berlin“. Sie haben Bilder aus dem Video am Samstag über Twitter veröffentlicht. Entstanden soll es im Garten der „Gothia“-Bude sein, die nur zwei Gehminuten vom Rathaus entfernt ist.

Ihrer Einschätzung nach ist Jörg Sobolewski einer der Männer, die das internationale Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung verbrennt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Die Flagge könnte, vermutet die Enthüllungsplattform, zuvor gestohlen worden sein: Am 27. Juni 2015 verschwand eine dort gehisste Regenbogenflagge am Rathaus des Berliner Stadtteils Zehlendorf.

Drei Täter konnten damals unerkannt fliehen. Da die Polizei von einem politisch motivierten Verbrechen ausging, begann der Berliner Verfassungsschutz mit den Ermittlungen. Dieser prüft nun das aufgetauchte Video. Danach soll entschieden werden, ob weitere Ermittlungen, auch gegen Sobolewski, eingeleitet werden.

Mutmaßliche Straftat für die AfD kein Problem

Dass ein hochrangiger Funktionär der AfD eine Regenbogenflagge gestohlen und verbrannt haben könnte, ist für die Rechtspopulisten offenbar kein Problem. Auf Anfrage der Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“ meinte AfD-Sprecher Ronald Gläser lapidar: „Ich sehe das nicht so spektakulär.“

Sobolewski selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Trotzdem scheinen ihm die Enthüllungen unangenehm zu sein: Entsprechende Kommentare von Dritten auf seinen Facebook-Profilen wurden gelöscht.

In der Vergangenheit war der Politiker nach Informationen des LGBT-Portals „queer.de“ schon mehrfach durch Verbindungen zu Rechtsextremen aufgefallen. So ist er auch Bundesvorsitzender der „Dachverbandes Deutsche Burschenschaft“, das Ziel seiner Politik sei in erster Linie die „Rettung meines Volkes und Landes“.