Trotz ÖVP-Vorstoß: Ehe-Öffnung bleibt für SPÖ und Grüne das Ziel

Mario Lindner
Bundesrat

Anerkennung für die Ankündigung der ÖVP, zwei der wichtigsten Benachteiligungen von Eingetragenen Partnerschaften zu beseitigen, kommt auch vom Koalitionspartner. Dort hält man aber am Ziel fest, die Ehe für schwule und lesbische Paare öffnen zu wollen.

„Nächster logischer Schritt ist Öffnung der Ehe“

Es war „höchste Zeit“, das Standesamt für Eingetragene Partnerschaften zu Öffnung und den „Nachnamen“ für gleichgeschlechtliche Paare abzuschaffen, befand auch Frauenministerin Sabine Oberhauser von der SPÖ. „Der nächste logische Schritt ist jetzt die Öffnung der Ehe“, so die Ministerin in einer Aussendung.

Ähnlich äußert sich auch Mario Lindner, offen schwuler Bundesratspräsident. Der ÖVP-Vorstoß sei „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so Lindner. Er ergänzt: „Dass in diesen Bereichen endlich Gleichstellung geschaffen wird, ist ein wirklich positives Signal der Regierung und ein couragierter Schritt der ÖVP!“ Doch es gibt noch Luft nach oben: „Es wäre aber auch an der Zeit, gleich alle Ungleichheiten auf einmal zu beseitigen! Das Ziel bleibt #eheGLEICH“, meint der steirische SPÖ-Politiker.

Grüne: „Öffnung des Standesamtes kein Geschenk der ÖVP“

Auch Andreas Schieder, SPÖ-Klubobmann im Nationalrat, macht den Kurs seiner Partei klar: „Die SPÖ-Forderung nach einer Aufhebung des Eheverbots bleibt freilich aufrecht.“ Schieder appelliert an die ÖVP, „sich einen Ruck zu geben und einem diskriminierungsfreiem Eherecht für das 21. Jahrhundert zuzustimmen.“

Auch die offen lesbische Bundesrätin Ewa Dziedzic von den Grünen macht klar: „Die Öffnung der Standesämter für gleichgeschlechtliche Paare ist vor allem im ländlichen Raum eine große Erleichterung, aber noch lange kein Geschenk der ÖVP“. Sie erinnert daran, dass sich Karmasin erst vor kurzem gegen eine Öffnung der Ehe aussprach und dies mit den religiösen Gefühlen der Österreicher begründete.