UNO macht sich für die Rechte von LGBT stark

Schelte für Staaten wie Russland, Ägypten oder Uganda

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In New York haben sich letzte Woche zum ersten Mal internationale Spitzenpolitiker getroffen, um bei den Vereinten Nationen über die Rechte sexueller Minderheiten zu sprechen. Deutliche Kritik an der Diskriminierung von LGBT gab es dabei von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

„Kein Platz für Diskriminierung“

„In unserem 21. Jahrhundert ist kein Platz für Diskriminierung auf Grundlage der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität“, so Ban in dem Treffen, das letzten Mittwoch im Rahmen der UN-Generalversammlung stattfand. Ungewöhnlich scharf kritisierte der als sehr diplomatisch geltende Südkoreaner Staaten, die Angehörige sexueller Minderheiten diskriminieren.

„Diejenigen, die sich auf religiöse oder kulturelle Argumente berufen, um homo-, bi- und transsexuelle Menschen ihrer Rechte zu berauben, frage ich: Was erreicht ihr dadurch, dass ihr andere schlechterstellt? Ist eure Religion oder Kultur so schwach, dass sie nur erhalten werden kann, indem man anderen die Grundrechte nimmt?“, so der UN-Generalsekretär.

LGBT-Rechte „die Bürgerrechtsfrage unserer Generation“

Noch deutlicher wurde US-Vizepräsident Joe Biden. Er kritisierte Staaten, die LGBT verfolgten, direkt. Die Gleichstellung sexueller Minderheiten sei „die Bürgerrechtsfrage unserer Generation“, so der zweitmächtigste Mann der Vereinigten Staaten. Er forderte Russland, Uganda und Ägypten auf, ihre Politik in diesem Bereich zu ändern: „Keine Regierung, keine Gesellschaft, keine Person, keine Umstände sollten anderen vorschreiben, wenn sie lieben dürfen.“

Bereits einen Tag zuvor hatte US-Präsident Barack Obama in seiner letzte Rede vor der UNO-Vollversammlung die Verfolgung sexueller Minderheiten scharf kritisiert. „Wenn unsere religiösen Überzeugungen uns dazu bringen, Menschen zu verfolgen, die anderen Glaubens sind, wenn wir LGBTI einsperren oder ihnen mit Gewalt begegnen, wenn unsere Tradition uns verbietet, Mädchen in die Schule zu schicken, wenn wir diskriminieren, weil jemand einem anderen Stamm oder einer anderen Volksgruppe angehört, werden wird der zarte Bund der Zivilisation zerbrechen“, erklärte der 55-Jährige.