Präsidentin kündigt an: Auch Chile will die Ehe öffnen

Präsidentin Michelle Bachelet verkündet gleiche Rechte im Eiltempo

Michele Bachelet
Alex Proimos/Wikimedia - CC BY 2.0

Auch Chile wird die Ehe im nächsten Jahr für Lesben und Schwule öffnen. Das hat Präsidentin Michelle Bachelet am Rande einer UNO-Konferenz über LGBT-Rechte angekündigt.

Gesetz soll im ersten Halbjahr 2017 eingebracht werden

„Meine Regierung hat beschlossen, ein Gesetz zur Eheöffnung für Lesben und Schwule in Chile in der ersten Hälfte des Jahres 2017 dem Kongress unseres Landes zur Abstimmung vorzulegen“, kündigte die linksliberale Präsidentin vor der Weltgemeinschaft an. Außerdem sollen in weiteren Gesetzen die Rechte der LGBT-Community gestärkt und die Gesetze gegen Diskriminierung verschärft werden.

Durch die Öffnung der Ehe werden homosexuelle Paare in Chile unter anderem im Sozial-, Adoptions- und Erbrecht profitieren. Damit schafft das südamerikanische Land im Eiltempo gleiche Rechte für Homosexuelle: Erst im April 2015 wurde in Chile die Eingetragene Partnerschaft für schwule und lesbische Paare eingeführt, die ersten Paare heirateten im Juli dieses Jahres.

Kann sich Bachelet mit ihrem Plan durchsetzen, wäre Chile das fünfte oder sechste Land in Lateinamerika, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet. In Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Uruguay ist das bereits möglich. In Mexiko haben einige Bundesstaaten die Ehe geöffnet. Präsident Enrique Peña Nieto möchte dies nun im ganzen Land ermöglichen, stößt dabei aber auf enormen Widerstand der römisch-katholischen Kirche.