Michael Adam nach Kuraufenthalt wieder im Amt

Nach Skandalen und einem Alkohol-Geständnis möchte der SPD-Politiker nun als Landrat wieder voll durchstarten

Michael Adam
Michael Adam/SPD

Michael Adam, offen schwuler Landrat von Regen in Niederbayern, ist wieder in Amt und Würden. Er hat sich wegen gesundheitlicher Probleme eine zehnwöchige Auszeit genommen. Seit Dienstag ist er nun wieder im Dienst, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Kuraufenthalt machte Alkoholproblem deutlich

Der 31-jährige SPD-Politiker hat sich am 25. Juli beurlauben lassen, um im Schwarzwald einen längeren Kuraufenthalt anzutreten. Offizieller Grund dafür war die Gefahr, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Allerdings musste Michael Adam kurz danach einräumen, alkoholkrank zu sein. Während der Behandlung wären Symptome aufgetreten, „die mir zeigten, wie sehr ich mich psychisch bereits an Alkohol gewöhnt hatte“, so Adam damals in einer Erklärung.

Nun hat Adam angekündigt, künftig überhaupt keinen Alkohol mehr zu trinken. Die Reaktionen auf dieses offene Geständnis seien durchwegs positiv gewesen, so der Pressesprecher des Landrats. Nun möchte Michael Adam als Landrat von Regen wieder „voll durchstarten“ und sich im Herbst 2017 auch der Wiederwahl stellen.

Shootingstar der Bayern-SPD

Michael Adam galt als Shootingstar der bayerischen SPD: Mit 23 Jahren hat er sich 2008 in seiner Heimatgemeinde Bodenmais als schwuler und protestantischer Sozialdemokrat gegen den amtierenden CSU-Bürgermeister durchgesetzt. Drei Jahre später wurde er zum Landrat des niederbayerischen Landkreises Regen gewählt. Im Jahr 2012 ging er schließlich eine Lebenspartnerschaft mit seinem langjährigen Freund Tobias Eckert ein.

Doch neben dieser steilen Karriere leistete sich der Politiker auch einige Ausrutscher: So räumte er unter anderem 2013 nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ ein, als Bürgermeister von Bodenmais und Landrat von Regen insgesamt sechs Mal Sexdates in den Diensträumen gehabt zu haben. Dabei hatte er auch Poppers konsumiert, dessen Verkauf in Deutschland verboten ist. Schließlich gestand Adam, bei der letzten Bundestagswahl mit seiner Zweitstimme die CSU gewählt zu haben, weil er die SPD-Landesliste für „nicht wählbar“ hielt.