Polizeigewerkschafter ätzt gegen Volker Beck

Gewerkschafts-Vorsitzender Rainer Wendt habe immer versucht, seine Kinder „von solchen Typen fernzuhalten“

Rainer Wendt
Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG)

Deutliche Worte gegen einen der profiliertesten Politiker Deutschlands kommen von Rainer Wendt, dem Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). In einem Gespräch mit der Tageszeitung „Die Welt“ kritisiert er unter anderem den offen schwulen Bundestagsabgeordneten Volker Beck von den Grünen scharf.

Beck habe „Liberalisierung der Drogenpolitik für sich vorweggenommen“

„Mir sind Leute suspekt, die zwar wissen, wie der Berliner Drogenmarkt funktioniert, aber keinen Kontakt zum Arbeitsmarkt hatten“, ätzt Wendt über Volker Beck. Bei Beck war im Februar dieses Jahres eine „betäubungsmittelähnliche Substanz“ gefunden worden. Seine Funktion als innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion hat der Politiker daraufhin zurückgelegt. Die Ermittlungen gegen Beck wurden wenig später eingestellt.

Doch Wendt hat offenbar weiterhin ein Problem mit Beck, der „das mit der Liberalisierung der Drogenpolitik für sich schon mal vorweggenommen hat und kurz darauf wieder als Besserwisser mit moralischer Attitüde im TV-Studio auftritt.“ Er habe immer versucht, seine Kinder „von solchen Typen fernzuhalten“, ergänzt das 59-jährige CDU-Mitglied. Der Kriminalkommissar, der sich in dem Interview als moralische Instanz darstellt, hat mit drei Frauen fünf Kinder.

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth „nervt die Polizei“

Auch für Becks Parteikollegin Claudia Roth findet Rainer Wendt keine positiven Worte. Er brauche keine Abgeordnete, die „am einen Tag kreischend auf irgendwelchen Gleisen sitzt und die Polizei nervt“, kurz darauf bei linksradikalen Demonstrationen mitlaufe „und am nächsten Tag wieder als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages im Parlament sitzt“, sagte er der „Welt“.

Rainer Wendt ist seit 2007 Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Im Oktober 2015 erregte er mit dem Vorschlag Aufmerksamkeit, Flüchtlinge durch einen Zaun an der deutschen Grenze aufzuhalten. Wenig später sagte er in einem Interview mit der rechtspopulistischen Zeitschrift „Compact“, die Diskriminierung von Frauen gehöre „fast zu den genetischen Grundbausteinen“ der „Machokultur junger Muslime“.

Den ehemaligen Bundestags-Präsidenten Wolfgang Thierse nannte er im Mai 2010 „die personifizierte Beschädigung des Ansehens des deutschen Parlaments“, weil sich dieser an einer Sitzblockade gegen einen Neonazi-Aufmarsch beteiligt hatte. Einige seiner sehr pointierten Forderungen wurden auch von der konkurrierenden „Gewerkschaft der Polizei“ (GdP) als „wenig sinnvoll“ bezeichnet.