RosaLila PantherInnen feiern 25. Geburtstag mit Festakt

Der Sitzungssaal des Gemeinderates wurde zu Ehren der LGBT-Organisation geöffnet

25 Jahre RosaLila PantherInnen
Andy Joe/RosaLila PantherInnen

Seit 25 Jahren setzen sich die RosaLila PantherInnen für die Gleichstellung sexueller Minderheiten in der Steiermark ein. Am Dienstag wurden sie dafür im Rahmen eines Festaktes im Grazer Rathaus geehrt.

LGBT-Vereine waren 1997 noch illegal

Es war 1997, als 21 Männer und eine Frau die „Rosaroten Panther“ gründeten, die erste lesbischwule Aktionsgruppe der Steiermark. Unterschlupf fand man zunächst bei der Sozialistischen Jugend. Themen wie die Öffnung der Ehe oder der gesetzliche Schutz vor Diskriminierung waren damals noch in weiter Ferne.

„Wer sich für die Rechte von Homosexuellen engagierte, dem drohte Strafe wegen Werbung für Unzucht mit Personen des gleichen Geschlechts. Bestehende Vereine liefen Gefahr, verbotene Verbindungen zur Begünstigung gleichgeschlechtlicher Unzucht zu sein“, erinnert sich Hans-Peter Weingand, einer der Mitgründer.

Beratung, Aufklärung, Hilfe – und der Tuntenball

Mittlerweile haben sich die RosaLila PantherInnen zu einer fixen Größe in der Steiermark gemausert: Sie veranstalten den Tuntenball, die größte LGBT-Ballveranstaltung außerhalb der Bundeshauptstadt.

Weiters konnten sie in den letzten 25 Jahren unzählige Steirerinnen und Steirer beraten, ihnen helfen und sie aufklären. Seit einigen Jahren gibt es in der Annenstraße auch ein öffentlich sichtbares Vereinszentrum. Auch politisch gab es einige Erfolge. Außerdem schufen die PantherInnen Raum für zahlreiche Initiativen.

Auch lobende Worte von ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl

Grund genug, die Organisation mit einem Festakt im Sitzungssaal des Grazer Gemeinderates zu ehren. Dabei fand auch Bürgermeister Siegfried Nagl, sonst kein großer Freund queerer Politik, lobende Worte. „Graz ist eine weltoffene Stadt, die den individuellen Geist zulässt und das wollen wir der ganzen Welt zeigen!“, erklärte er.

Anderen Vereinen und NGO empfiehlt Nagl, sich von politischem Gegenwind nicht unterkriegen zu lassen. „Die jahrelange Erfahrung hat gezeigt: kontinuierliches Engagement bringt große Veränderungen. Am Gesetzespapier als auch im Bewusstsein der Menschen“, sind sich auch die RosaLila PantherInnen einig.

Deren Vorsitzender hofft, dass man den Verein eines Tages nicht mehr brauchen wird: „Unser Ziel ist es, dass der Verein nicht mehr nötig ist, weil es völlig egal ist, ob jemand schwul, lesbisch oder was auch immer ist“, erklärt Joe Niedermayer.