20-Jähriger in Szenelokal mit K.O.-Tropfen betäubt und beraubt

Vorsicht beim Fortgehen: Unbekannte mit dem "Gläsertrick" sind in Wien offenbar wieder aktiv

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In Wien wurde gestern früh ein 20-Jähriger in einem bekannten Szenelokal betäubt und anschließend beraubt. Die unbekannten Täter wurden angezeigt, ein erster Test zeigt: Vermutlich waren K.O.-Tropfen im Spiel.

Nicht betrunken, sondern unwissentlich unter Drogen

Für Außenstehende wirkte es wie ein Date, das der 20-jährige Dorian R. in einem Lokal im Zentrum der Wiener Schwulenszene kennengelernt hatte: Ein junger Mann kümmert sich rührend um den stark angeheitert wirkenden Burschen. Gemeinsam mit einem Freund, der vor dem Lokal gewartet hatte, begleitet er ihn noch nach Hause.

Allerdings nicht aus reiner Menschenliebe: Denn wenige Stunden später war nicht nur das vermeintliche Date weg, sondern auch jede Menge persönlicher Wertgegenstände. Neben einem Laptop, einem Tablet und einer kleineren Menge Bargeld haben die Unbekannten auch persönliche Gegenstände wie Parfums, einen Schal oder Schuhe gestohlen. Vermutlich haben sie den 20-Jährigen auch dazu gebracht, am Bankomat Geld für sie abzuheben.

Der erste Verdacht: Die Unbekannten haben Dorian R. noch im Lokal K.O.-Tropfen ins Getränk gemischt. „Das war nicht ich… Irgendwas war im Glas oder so – angeblich war ich auch ziemlich komisch drauf“, erinnert sich der 20-Jährige. Nach der Blutabnahme im Allgemeinen Krankenhaus war klar: Es gebe einen „überwiegenden Verdacht“, dass K.O.-Tropfen im Spiel waren. Ein genauer Nachweis war nicht mehr möglich. Damit gilt die Tat nicht als Diebstahl, sondern als Raub.

Polizei sucht nach unbekannten den Tätern

Nun sucht die Polizei nach den mutmaßlichen Tätern. Insgesamt sieben Stunden dauerten die ersten Ermittlungen, die gleich nach der Anzeige des 20-Jährigen aufgenommen wurden. Dazu gehörten unter anderem die Befragung des Opfers, die Sicherung von Fingerabdrücken in der Wohnung des Opfers und das Sichten von Aufnahmen aus Überwachungskameras. Mit Erfolg: Einer der mutmaßlichen Täter wurde von einer Kamera des Lokals, in der die Täter ihr späteres Opfer ausgemacht hatten, gefilmt. Eine erste heiße Spur gibt es allerdings noch nicht.

Dorian R. möchte mit seiner Geschichte nun die Öffentlichkeit wachrütteln. „Weil so etwas tatsächlich passiert und ich das meinen Freunden nahebringen will. Weil es in der Szene passiert ist“, erklärt er gegenüber GGG.at. Den beiden Polizisten, die ihn nach der Anzeige betreuten, will er danken: „Zwei sympathische Charaktere, die ich in der Zeit ein bisschen kennenlernen durfte – denen bin ich wirklich zu Dank verpflichtet“, so der 20-Jährige.

Da K.O.-Tropfen nur einige Stunden nach der Einnahme nachgewiesen werden können, ist es wichtig, sofort zur Beweissicherung ins Krankenhaus zu gehen. Um ähnliche Situationen zu vermeiden: Das eigene Getränk nie aus den Augen lassen und nach Möglichkeit immer mit Freunden zusammen weggehen, die aufpassen können! Mehr Tipps findest Du in unserem „Sicher treffen„-Bereich.