„Goldene Panthera“ geht an schwulen Flüchtling aus dem Irak

Tuntenball-Team möchte mit dem Preisträger das Thema Coming Out von einer anderen Seite thematisieren

Adam
Andy Joe/RLP

Die Goldene Panthera 2017, der wichtigste LGBT-Preis der Steiermark, geht an Adam, einen schwulen Flüchtling aus dem Irak. Der Preis wird von den RosaLila PantherInnen (RLP) an Menschen vergeben, die Courage gezeigt und sich herausragend für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen eingesetzt haben.

Adam musste aufgrund seiner Homosexualität aus dem Irak, seiner Heimat, flüchten. Nach einer langen und lebensgefährlichen Flucht, die ihn über die Türkei nach Griechenland, weiter über Bulgarien und Serbien bis nach Wien brachte, fand er in Österreich Akzeptanz für seine sexuelle Orientierung.

„Hier kann ich sein wie ich bin“

„Hier kann ich sein, wie ich bin. Ich hätte mir früher nie vorstellen können, offen über Homosexualität zu sprechen. In meiner Heimat musste ich meine Liebe immer verstecken. Jetzt zum Glück nicht mehr“, freut sich Adam. Das passt auch zum politischen Themenschwerpunkt des Tuntenballs 2017, dem Coming Out. Die Goldene Panthera bekommt Adam deshalb „stellvertretend für alle Menschen dieser Welt, die ein schwieriges Coming-Out vor oder hinter sich haben“, so die Organisatoren.

Joe Niedermayer, Organisator des Tuntenballs, ergänzt: „Flüchtlinge sind hier doppelt benachteiligt – so wird in Flüchtlingsheimen zwar versucht, Menschen aus gleichen Ländern zusammen zu beherbergen, doch da die Landesgenossen oft homophobe Tendenzen zeigen, stellt dies für schwule oder lesbische Flüchtlinge meist ein großes Problem dar. So haben sie erst wieder Angst ein offenes Leben zu führen.“