Darum postet Bundesrats-Präsident Mario Lindner ein Kuss-Foto

Nach Vorfall im Freundeskreis: Steirischer SPÖ-Politiker setzt ein deutliches Zeichen gegen schwulenfeindliche Gewalt.

Mario Lindner
Mario Lindner/Facebook

Ein Facebook-Posting des offen schwulen Bundesratspräsidenten Mario Lindner sorgte im Internet für Aufregung. Der steirische SPÖ-Politiker teilte am Samstagvormittag ein Bild, das ihn bei einem Kuss mit einem jungen Mann zeigt – und fügte hinzu: „Bin gespannt, wer mir die Fresse wegen diesem Foto poliert…“

Bild als Reaktion auf homophobe Gewalt in Wien

Nach Informationen von GGG.at bezieht sich Mario Lindner auf einen Vorfall, der in der Nacht von Freitag auf Samstag passiert ist. Zwei junge Männer, darunter auch der Bekannte von Lindner, haben sich in der Wiener Innenstadt geküsst, als ohne Vorwarnung ein Unbekannter einem der beiden in den Rücken sprang. Anschließend wurden die beiden Männer noch beschimpft und geschlagen.

Mit seinem Bild solidarisiert sich der Bundesratspräsident mit den Opfern. Außerdem erklärt Lindner, dass er sich immer gegen Gewalt ausgesprochen habe: „Wenn einem ganz lieben Freund heute Nacht die Fresse poliert wurde, nur weil er einen Mann geküsst hat, dann hört sich für mich jeglicher Spaß auf“, so der Präsident des österreichischen Bundesrats. Er wolle „ein friedliches Land, ein gewaltfreies Land, ein Land in dem sich gegenseitig geholfen wird und Solidarität gezeigt wird“.

Und er macht klar, dass er sich der politischen Konsequenz seines Postings bewusst ist. „Ich poste das ganz bewusst als Präsident des österreichischen Bundesrates“, beendet er sein Posting. Und er bekommt dafür Unterstützung. Bis jetzt wurde das Foto mehr als 170 Mal geteilt, mehr als 1.800 User haben es mit einem „Like“ oder einer anderen Facebook-Emotion versehen.

Großer Respekt für die klare Botschaft von Mario Lindner

In den Kommentaren zollt eine Userin Lindner „großen Respekt“: „Gewalttätigkeiten gegenüber Männern, die ihresgleichen küssen, dürfen wir keinen Platz lassen. So wie bei Gewalt gegenüber Frauen und Kindern“, schreibt sie. „Danke, dass Du so klare Worte findest, so klar Stellung beziehst“, schreibt ein weiterer User. Einige andere antworten ebenfalls mit einem persönlichen Foto eines schwulen oder lesbischen Kusses.

Bleibt zu hoffen, dass die mutmaßlichen Täter bald gefasst werden – und Gewalt gegen Lesben und Schwule, die sich küssen, bald endgültig der Vergangenheit angehören wird.