Team-Rücktritt und Ticket-Chaos: Sorge um Song Contest

Jetzt wird es eng rund um die Veranstaltung, die im Mai in Kiew stattfinden soll

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EBU

Chaos bei der Organisation des Eurovision Song Contest, der im Mai in Kiew über die Bühne gehen soll: Fast das gesamte Organisationsteam hat seinen Posten zurückgelegt. Außerdem wurde bekanntgegeben, dass diese Jahr keine der begehrten Fan-Tickets angeboten werden.

Fast das gesamte Organisationsteam tritt zurück

„Hiermit informieren wir, das Eurovisions-Team, für das dieser Wettbewerb nicht nur Teil unserer Arbeit, sondern auch unseres Lebens geworden ist, offiziell, dass wir zurücktreten und die Arbeit an den Vorbereitungen für die Organisation des Wettbewerbs beenden“, heißt es in einem Offenen Brief, den 21 führende Mitglieder des Teams unterschrieben haben.

Grund für diesen drastischen Schritt: Nachdem im Dezember Pavlo Hrytsak als „Eurovision-Koordinator“ ins Team nominiert wurde, „ist die Arbeit unseres Teams komplett blockiert worden“, wie sie in dem Offenen Brief schreiben.

Auch der Intendant des Senders war bereits zurückgetreten

Weiters kritisieren sie, dass das Budget des Song Contest von 22 auf 29 Millionen Euro erhöht wurde, da dies dem staatlichen Sender Gewinne in Millionenhöhe kosten würde. Wegen Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen des ESC war vor Kurzem bereits der Intendant der Rundfunkanstalt, Zurab Alasania, zurückgetreten.

Die EBU hat zu den Vorgängen keine Stellungnahme abgegeben. Allerdings hat sie den Ukrainischen Rundfunk mittlerweile aufgefordert, sich trotz der personellen Veränderungen „an den Zeitplan zu halten“. Doch auch dieser ist mittlerweile gehörig durcheinandergekommen. So wurde die Bekanntgabe des Veranstaltungsorts mehrmals verschoben – einmal sogar eine halbe Stunde vor der geplanten Veröffentlichung.

Keine Fan-Tickets – trotz Versprechen des Senders

Der Vertrag für den Ticketverkauf musste nach einer Beschwerde der Anti-Monopol-Behörde in letzter Minute neu ausgeschrieben werden. Die Tickets sind nun seit gestern erhältlich, der Verkauf begann damit 88 Tage vor dem Finale. Was bei eingefleischten Fans besonders für Aufregung sorgt: Es gibt dieses Jahr keine „Fan Tickets“, die offiziell über die Fanclubs gekauft werden konnten. Auch können sich Fans dieses Jahr offenbar nicht – wie in den letzten Jahren – akkreditieren lassen, um beispielsweise in den Euroclub zu kommen.

Simon Bennett, Vorsitzender der Vereinigung der europäischen ESC-Fanclubs, ist in dieser Causa extra noch nach Kiew geflogen, um mit den Verantwortlichen zu verhandeln. „Nun bekam er heute Nachmittag die Nachricht, dass alle Absprachen, die vorher getroffen worden waren, hinfällig seien“, so Michael Sonneck, Präsident des deutschen ESC-Fanclubs ECG.