Köln: Trotz Insolvenz des Trägervereins ist der CSD gesichert

Community tut sich zusammen, um die beliebte Veranstaltung zu sichern

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Der Kölner Lesben- und Schwulentag e. V. (KLuST), Organisator des „Cologne Pride“ und des Christopher Street Day (CSD) ist pleite. Der Verein hat beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das hat der Vorstand des Vereins seinen Mitgliedern am Dienstag mitgeteilt.

KLuST organisierte den CSD von Anfang an

Der Verein hatte den CSD Köln seit dem ersten Mal im Jahr 1991 organisiert. Die Organisation der Parade, einer der größten Umzüge seiner Art, ist nicht gefährdet. Unter Federführung der Aidshilfe Köln und des Rubicon e.V. hat sich ein breites Bündnis innerhalb der Community gebildet. Man wolle „garantieren, dass auch in diesem Sommer wie gewohnt der CSD Köln stattfinden kann“, so eine Pressemitteilung der beiden Vereine.

Die beiden ehemaligen KLuST -Vorstandsmitglieder Markus Danuser und Sabine Arnolds sollen eine Übergangslösung erarbeiten, mit der die Organisation des großen Straßenfestes von 7. bis 9. Juli kurzfristig geregelt werden kann. Dieses wurde in den letzten Jahren größtenteils in Lizenz von einer Firma organisiert, die mehrere Großveranstaltungen in Köln ausrichtet. Die Parade selbst soll am 9. Juli, einem Sonntag stattfinden. Formal ist sie vom Insolvenzverfahren des KLuST nicht betroffen, da sie nicht von dem Verein organisiert wird.

Rücklagen waren aufgebraucht, die finanzielle Lage unklar

Dass es um die Finanzen des KLuST nicht gut stand, war bereits das Thema bei einer Mitgliederversammlung im Dezember. Der Vorstand hatte eingeräumt, dass rund 50.000 Euro, die als Rücklage gedient hatten, vollständig aufgebraucht seien. Einen vollständigen Überblick über die Vereinsfinanzen schien er zu diesem Zeitpunkt nicht gehabt zu haben. Damals wurde beschlossen, dem Vorstand Zeit zu geben, um die Vorkommnisse aufzuarbeiten. Dazu wurde ihm ein Lenkungsteam an die Seite gestellt.

Dieser stellte offenbar fest, dass der Verein überschuldet sei, wie der KLuST in einer E-Mail an seine Mitglieder zugab. „Ihr könnt euch vorstellen, dass uns dieser Schritt nicht leicht gefallen ist und wir diese Entwicklung sehr bedauern“, heißt es dort weiter. Nähere Details zu den Gründen für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gab es nicht, sie sollen später in einem Bericht des Lenkungsteams veröffentlicht werden.