„Schwangerer Mann“: Steirer bringt Baby zu Welt

Der Trans-Mann hatte keine geschlechtsanpassende Operation hinter sich und konnte deshalb schwanger werden

Symbolfoto - Babyfüße
Symbolfoto - khomich/Fotolia

In Graz hat ein Transgender-Mann ein Kind zur Welt gebracht. Das berichtet die „Kleine Zeitung“ in ihrer Samstags-Ausgabe.

Kinderwunsch wurde auf natürlichem Weg erfüllt

Der Mann wurde als Frau geboren und hat eine nicht-operative Geschlechtsangleichung hinter sich. Das heißt, er hat unter medizinischer Kontrolle unter anderem mindestens ein Jahr lang eine Hormontherapie gemacht und als Mann gelebt, sich die weiblichen Geschlechtsorgane aber nicht entfernen lassen. Damit konnte er sich auch als Mann auf natürlichem Weg den Kinderwunsch erfüllen.

Rechtlich ist diese Operation nicht mehr notwendig, um sich amtlich in seinem gelebten Geschlecht registrieren zu lassen. „Früher musste man, wenn man von einer Frau zum Mann werden wollte, Eierstöcke und Gebärmutter entfernen lassen. Gesetzlich muss man das heute nicht mehr“, erklärt die Grazer Sexualtherapeutin und Psychiaterin Eva Stix der Zeitung.

Der Mann wird auch im Personenstandsregister offiziell als männlich geführt. Der „Kleinen Zeitung“ zufolge lebt er mit einem anderen Mann zusammen. Das Baby wurde auf natürlichem Weg gezeugt. Dazu musste der Trans-Mann seine Testosteron-Hormontherapie unterbrechen. Die Familie möchte dazu öffentlich nicht Stellung nehmen.

Keine Details über das Kind und die Familie

Wo das Kind genau auf die Welt gekommen ist, ist unklar. Während in einem ersten Artikel noch deutlich von „Graz“ die Rede ist, heißt es wenig später, das Baby habe im „Raum Graz“ das Licht der Welt erblickt. Die Behörden dürfte dieser Fall vor einige Probleme stellen: Für einige Institutionen sei es schwierig, rechtlich und offiziell abzubilden, dass ein Mann zur Mutter geworden ist.

Dass Trans-Männer nach ihrer Geschlechtsanpassung schwanger werden, kommt sehr selten vor. Bekannt wurde der transsexuelle US-Amerikaner Thomas Beatie, der 2008 als weltweit erster „schwangerer Mann“ Schlagzeilen machte. Inzwischen hat der Transgender-Aktivist drei Kinder. Aus Europa sind derzeit nur zwei derartige Fälle bekannt, einer aus Berlin und ein weiterer aus England.