[Video] Brasilien: Trans-Frau brutal gequält und ermordet

Ihre Tat filmten die sechs Männer noch stolz - doch nun büßen sie für den brutalen Mord

Dandara dos Santos
privat

Eine Transfrau ist in Fortaleza, einer Stadt im Nordosten Brasiliens, brutal ermordet worden. Ihr Martyrium wurde gefilmt – und half, die Täter zu identifizieren. Das berichtet die britische Webseite „PinkNews

Sechs Männer haben die wehrlose Frau angegriffen und dabei gelacht

Sechs Männer haben die 42-jährige Dandara dos Santos aus ihrer Wohnung gezerrt, geschlagen, ausgezogen und in eine Schubkarre geschmissen, bevor sie die wehrlose Frau umgebracht haben. Das Video zeigt, wie die Angreifer lachen und johlen, während sie die Frau treten und mit ihren Schuhen und einer Holzplanke verprügeln.

Die vollkommen verstörte Frau wischt sich das Blut aus dem Gesicht und fleht ihre Peiniger an, aufzuhören. Stattdessen machen sich die Männer über ihre Brüste lustig, beleidigten sie und sagten, sie würden „diese Schwuchtel umbringen“.

Und genau das haben sie auch gemacht. Nachdem Dandara dos Santos getreten, verprügelt und sogar mit einem Stein geschlagen wurde, haben sie die Männer erschossen.

Das brutale Video zwang die Polizei zum Handeln

Dandara dos Santos
privat

Das Video von der grausamen Misshandlung von Dandara dos Santos tauchte zuerst in der LGBT-Community von Fortaleza auf, erklärte Inspektor Damasceno, der den Tod der Transfrau für die Polizei untersucht. „Sechs Personen konnten identifiziert werden und das Video hat uns dabei geholfen“, erklärt er.

Polizeieinheiten haben Wohnungen im Viertel Bom Jardim gestürmt und fünf Männer verhaftet. Laut André Santos Costa, Minister für öffentliche Sicherheit im brasilianischen Bundesstaat Ceará, werden zwei der Festgenommenen verdächtigt, Dandara erschossen zu haben. Drei weitere wurden wegen Körperverletzung festgenommen.

Jener Mann, der den Angriff gefilmt hat, war bereits amtsbekannt und landete wegen Drogenhandels hinter Gittern. Ein sechster Verdächtiger konnte noch nicht gefasst werden.

Hätte die Polizei den Mord an der Trans-Frau verhindern können?

Doch es wurde auch Kritik am Vorgehen der Polizei laut: Ein Zeuge berichtete dem brasilianischen TV-Sender Globo, dass er die Polizei während der Tat zwei Mal angerufen hatte – diese aber nicht rechtzeitig kam. Die Behörden rechtfertigten sich damit, dass sie die Nummer des Anrufers nicht orten konnten und deshalb nicht wussten, ob der Anruf echt war.

Es war nicht das erste Mal, dass Dandara dos Santos angegriffen wurde, weil sie transgender ist. „Sie ist einmal in die Gegend von Jurema gegangen und einige Burschen haben sie verprügelt. Sie ist ins Krankenhaus gegangen“, erinnert sich ihre Schwester Sonia Maria, die sich erinnert, wie hilfsbereit sie war: „Sie hat niemals nein gesagt. Auch wenn sie müde war, hat sie immer geholfen.“

Gewalt gegen sexuelle Minderheiten in Brasilien ist an der Tagesordnung: Statistisch wurde letztes Jahr alle 25 Stunden eine LGBT-Person getötet. Mit 42 Prozent sind Transgender überdurchschnittlich oft die Opfer dieser Morde. Damit liegt das Land auch weltweit an der Spitze einer traurigen Statistik: Von 295 Transgendern, die zwischen Oktober 2015 und September 2016 weltweit ermordet wurden, starben 123 in Brasilien.