Nach Mord an Transgender: Acht Festnahmen

Großer Erfolg für die brasilianische Polizei - doch Trans-Menschen leben weiterhin gefährlich

Dandara dos Santos
privat

Der Mord an Dandara dos Santos schockierte die Welt: Die 42-jährige Trans-Frau aus der brasilianischen Stadt Fortaleza wurde von einer Gruppe Männer brutal misshandelt verprügelt, bevor sie erschossen wurde. Die Demütigungen und das verzweifelte Flehen der Frau um ihr Leben nahmen die skrupellosen Täter mit dem Handy auf. Nun wurden drei weitere Verdächtige verhaftet.

Auf dem Video ist zu sehen, wie sich Dandara dos Santos vollkommen verstört das eigene Blut aus dem Gesicht wischt. Die Männer lachen über die Transfrau, schlagen sie mit Holzplanken, treten und schlagen sie. Dann sagen sie, dass sie „die Schwuchtel umbringen“ werden. Wenig später wird Dandara erschossen.

Das Video von der Misshandlung der Frau führte die Polizei zu den Tätern

Durch das Video konnte die Polizei von Fortaleza die meisten Täter schnell finden. Einige Tage nach der Tat stürmten die Beamten Wohnungen im Stadtteil Bom Jardim und verhafteten fünf Personen. Einige Tage später wurde ein weiterer Erwachsener verhaftet, und ein Teenager hat sich der Polizei ergeben.

Am Sonntag in der Früh konnte schließlich der achte Verdächtige verhaftet werden. Für ihn klickten um 6.00 Uhr die Handschellen. Festgenommen konnte er im Haus seiner Großeltern werden, in Pedra Branca, 261 Kilometer vom Tatort entfernt. Er versuchte erfolglos zu flüchten. Nun wird er nach Fortaleza überstellt.

Bei den acht festgenommenen Verdächtigen handelt es sich um vier Teenager und um vier Erwachsene, berichtet der brasilianische TV-Sender Globo.

„Die Bevölkerung verdient den Schutz von Minderheiten“, sagt der zuständige Minister

Für André Santos Costa, Minister für öffentliche Sicherheit im Bundesstaat Ceará, in dem Fortaleza liegt, ist die Jagd nach den Tätern ein großer Erfolg: „Taten wie diese, von Feiglingen und Vagabunden verübt, werden von keinem guten Bürger oder der Polizei toleriert“, sagte er Globo. „Wir brauchen mehr Erziehung und Hilfe für die Menschen, damit sie lernen, andere zu respektieren. Intoleranz hat nur schlechte Folgen. Die Bevölkerung von Ceará verdient diese Antwort und den Schutz von Minderheiten.“

In keinem anderen der Land werden mehr Transgender ermordet als in Brasilien: So hat das Trans Murder Monitoring Project zwischen Oktober 2015 und September 2016 weltweit 295 Morde an Trans-Menschen gezählt – 123 davon geschahen in Brasilien. Zum Vergleich: In Indien, das sechsmal mehr Einwohner hat, starben im gleichen Zeitraum nur sechs Transgender gewaltsam.