Berlin bekommt Denkmal für erste Homosexuellen-Bewegung

Vor 120 Jahren hat Magnus Hirschfeld das „Wissenschaftlich-humanitäre Komitee“ gegründet

Denkmal für das „Wissenschaftlich-humanitäre Komitee“
LSVD Berlin-Brandenburg

Am 7. September wird in Berlin ein Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung der Welt eingeweiht. Die Initiative dafür geht vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg aus. Gedacht werden soll Magnus Hirschfeld, der mit seinen Mitstreitern vor genau 120 Jahren das „Wissenschaftlich-humanitäre Komitee“ (WhK) gegründet hat, die weltweit erste homosexuelle Bürgerrechtsorganisation.

Übergroße Lilien in Regenbogenfarben als Symbol

Das Denkmal am Magnus-Hirschfeld-Ufer gegenüber dem Bundeskanzleramt zeigt sechs überdimensionale Blüten der Calla-Lilie in Regenbogenfarben. Er wurde von einer internationalen Arbeitsgruppe aus Kunst, Architektur und Design im Umfeld der Berliner Universität der Künste entworfen.

Die Fläche für das Denkmal hat das Bezirksamt Berlin-Mitte zur Verfügung gestellt. Durch die Unterstützung durch „Stromnetz Berlin“ wird das Denkmal auch in der Nacht beleuchtet sein. Zur Instandhaltung hat sich die Stadt Berlin verpflichtet. Diese wird bei der Eröffnung durch die beiden offen schwulen Senatoren Dirk Behrendt von den Grünen und Klaus Lederer von den Linken vertreten.

Bereits seit 2011 gibt es auf dem Magnus-Hirschfeld-Ufer eine Gedenktafel

Nach der Einweihung gibt es einen zentralen Festakt im Centrum Judaicum. Bereits seit 2011 errichten zwei Gedenktafeln der Berliner Kulturverwaltung an die erste Homosexuellenbewegung. Der jüdische Arzt und Sexualwissenschafter Magnus Hirschfeld errichtete 1919 auf dem Gelände zwischen dem heutigen Bundeskanzleramt und dem Haus der Kulturen der Welt sein „Institut für Sexualwissenschaft“.

Dessen Ergebnisse nahmen weltweit auf die Abschaffung homosexuellenfeindlicher Tatbestände. In Deutschland richtete das WhK mehrere Petitionen an den Reichstag, § 175 des Strafgesetzbuchs aufzuheben, der einvernehmlichen Sex zwischen Männern unter Strafe stellte. Eine Aufhebung des Paragraphen wurde aber durch die Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933 verhindert. Hirschfeld starb 1935 im französischen Exil.