Niederlande: Schwules Paar von Jugendlichen zusammengeschlagen

Einem Opfer wurden fünf Zähne ausgeschlagen

Jasper und Ronnie
Facebook

In der niederländischen Stadt Arnheim ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein schwules Paar von einer Gruppe Jugendlicher brutal attackiert worden. Grund dafür dürfte die sexuelle Orientierung der beiden Männer gewesen sein.

Auf dem Heimweg von einer Party wurden sie zunächst beschimpft

Lokalen Medien sagten der 34-jährige Jasper und sein drei Jahre jüngerer Freund Ronnie, sie seien gegen vier Uhr früh händchenhaltend auf dem Heimweg von einer schwulen Party gewesen. Auf einer Brücke habe sie eine Gruppe Jugendlicher zunächst schwulenfeindlich beschimpft. Als sie an den Burschen vorbeigingen, hätten diese zugeschlagen.

Als Tatwaffe sollen die Angreifer einen Bolzenschneider verwendet haben. Dabei wurden Ronnie vier Schneidezähne und ein Eckzahn ausgeschlagen und die Oberlippe verletzt. Die Opfer beschreiben die Täter als Burschen marokkanischer Herkunft, die mit Fahrrädern unterwegs gewesen waren. „Dass das im Jahr 2017 noch passieren kann, ist unverständlich, denn letztendlich sind wir einfach Niederländer in unserem eigenen Land“, ärgert sich Jasper auf Facebook.

Einer der mutmaßlichen Täter ist erst 14 Jahre alt

Am Sonntag gab die Polizei von Arnheim bekannt, dass sie zwei Verdächtige festgenommen hatte. Dabei handelt es sich um einen 14-Jährigen aus Arnheim und einen 20-Jährigen aus der Provinz Limburg. Vier weitere Jugendliche sollen sich Medieninformationen zufolge der Polizei gestellt haben.

COC Nederland, die älteste LGBT-Organisation der Welt, nimmt nach diesem brutalen Anschlag die Regierung in Amsterdam in die Pflicht: Nach den Wahlen führen die Parteien gerade Koalitionsgespräche, dabei muss der Kampf gegen homo- und transphober Gewalt einer der Schwerpunkte sein, fordert die Organisation.

Die Statistik gibt den Aktivisten recht: So wurden im Jahr 2015 bei der niederländischen Polizei mehr als 1.500 LGBT-feindliche Übergriffe gemeldet – im Jahr 2009 registrierten die Beamten noch weniger als ein Drittel davon.