Hape Kerkeling fordert Öffnung der Ehe

Im Interview mit dem "Spiegel" findet er es "beschämend für Deutschland", dass gleichgeschlechtliche Paare noch nicht heiraten können.

Hape Kerkeling
RTL

Auch, wenn in den meisten deutschen Medien gestanden ist, dass Comedian Hape Kerkeling geheiratet hat – diese Schlagzeile stimmt nicht. In Wirklichkeit ist er nämlich nur eine Lebenspartnerschaft eingegangen. Das findet auch er selbst unfair, wie er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ klar macht.

„Es ist überfällig, dass die Ehe für alle endlich eingeführt wird“

„Es ist überfällig, dass die Ehe für alle endlich eingeführt wird“, sagte der 52-Jährige dem Nachrichtenmagazin. Kerkeling findet es „beschämend für Deutschland“, dass die Gleichstellung im Eherecht „nicht schon längst geschehen ist“. Eine Demokratie müsse sich immer daran messen lassen, wie sie mit ihren Minderheiten umgehe, so der offen schwule Schauspieler, Moderator und Buchautor.

Kerkeling, der im Februar als von der CDU Nordrhein-Westfalen nominiertes Mitglied der Bundesversammlung an der Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten beteiligt war, forderte die Kanzlerin auf, sich des Themas anzunehmen. „Also, Frau Merkel, ran an die Buletten“, sagte der Comedian im „Spiegel“-Interview: „Das schaffen Sie!“

CDU und CSU mauern gegen die Ehe-Öffnung – trotz Widerstands in den eigenen Reihen

Doch so ganz scheint die Kanzlerin nicht auf den 52-Jährigen, der sich im Dezember in Bonn mit seinem langjährigen Freund verpartnert hat, zu hören: Letzte Woche hatten CDU und CSU bei einem Koalitionsgipfel den Vorschlag der SPD, die Ehe noch vor der Bundestagswahl im Herbst zu öffnen, zurückgewiesen.

Dabei mehren sich auch in der Union die Stimmen für die „Ehe für alle“: Zuletzt sagte Nadine Schön, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und dort auch für Familienpolitik zuständig, es sei „zu begrüßen und auch wünschenswert, dass Menschen sich binden und füreinander einstehen wollen“. Auch Jens Spahn, offen schwuler Staatssekretär und Mitglied im CDU-Parteivorstand, hat sich für eine Öffnung der Ehe ausgesprochen.