Ghana: Polizei fasst Burschen, die Opfer über Grindr fanden und erpressten

Internet-Postings fordern unterdessen, dass auch das Opfer festgenommen wird - weil er schwul ist

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In Ghana hat die Polizei in einem unerwarteten Schritt zwei Männer verhaftet, die schwule Männer erpresst hatten, die sie zuvor über die Dating-App Grindr gefunden hatten.

Die beiden Männer, 21 und 23 Jahre alt, wurden in der Hauptstadt Accra festgenommen. Das berichten lokale Medien. Zuvor hatte eines der Opfer seinen Mut zusammengenommen und hat die Erpressung bei der Polizei angezeigt.

Mann wurde bei einem Date überfallen, ausgeraubt und erpresst

Das Opfer und die Täter lernten sich zunächst Anfang April über die Dating-Plattform Grindr kennen. Sie luden den Mann zu einem Date in die Wohnung eines der Männer ein. Doch dort wartete kein Sex auf den Ahnungslosen: Vier weitere Männer tauchten plötzlich auf und raubten dem Mann sein Handy und die Geldbörse.

Anschließend zogen sie ihn aus und machten Nacktfotos. Vier Stunden, nachdem das Opfer wieder freigelassen wurde, begannen die beiden Männer mit der Erpressung. Sie drohten dem Mann, seine Nacktfotos im Internet zu verbreiten. Um das zu verhindern, sollte er ihnen 1000 Cedi, umgerechnet etwa 200 Euro, geben.

Bei der Geldübergabe klickten die Handschellen

Zum Schein ging der Mann auf die Forderung der Männer ein. In Wirklichkeit ging er zur Polizei. Als die Erpresser ihr Geld abholen wollten, klickten die Handschellen. Sie müssen sich nun vor Gericht für ihre Tat verantworten.

Dass die Polizei von Ghana einem schwulen Mann hilft, verwundert. Denn gleichgeschlechtliche Aktivitäten sind in dem afrikanischen Staat verboten und können mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden. Erst im März mussten zwei Männer für die Polizei nackt posieren, nachdem sie in einem Hotelzimmer beim Sex erwischt wurden.

Dem entsprechend sind auch die Kommentare zu dem Vorfall auf einem lokalen News-Portal wenig ermutigend: Zahlreiche User fordern die Polizei auf, auch das Opfer festzunehmen, da er die schwule Dating-App Grindr benutzt habe.