Weihbischof Laun droht auch Anzeige in Österreich

HOSI Salzburg will den Weihbischof wegen Aussagen in seinem "Hirtenbrief" anzeigen

Andreas Laun
Josef Kuss/Bischofskonferenz

Ungemach für den Salzburger Weihbischof Andreas Laun gibt es nun auch in Österreich. Nachdem ihn bereits einige SPD-Politiker wegen eines „Hirtenbriefs“ auf der katholisch-konservativen Website kath.net in Deutschland angezeigt haben, droht Laun nun auch eine Anzeige in Österreich.

Das hat Josef Lindner, Obmann der HOSI Salzburg, nun dem „Kurier“ bestätigt: „Wir planen, am Dienstag nach Ostern Strafanzeige wegen Verhetzung zu erstatten“, so Lindner der Tageszeitung.

Lesben und Schwule sind für Laun „gestörte Menschen“, Trans-Menschen haben „eine kleine Missbildung“

Laun hatte in seinem „Hirtenbrief“ Lesben, Schwule und Trans-Menschen als „irgendwie gestörte Männer und Frauen, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren“ bezeichnet. Die „Gender-Ideologie“ sei wie auch der Nationalsozialismus und der Kommunismus eine „Lüge des Teufels“, so der Weihbischof.

Wolfgang Kumpfmüller, Sprecher der Erzdiözese Salzburg, distanzierte sich nur halbherzig von diesen Aussagen: Man habe „nicht immer große Freude“ mit den umstrittenen Alleingängen Launs. Konsequenzen gebe es aber keine: „Das ist die Meinung des Weihbischofs. Das ist sein gutes Recht“, so Kumpfmüller.

HOSI Salzburg: Aussage eines kirchlichen Würdenträgers kann nicht Privatmeinung sein

Das kann Josef Lindner nicht verstehen: „Es ist lächerlich und inakzeptabel, dass die katholische Kirche von einer Privatmeinung spricht. Laun ist als Weihbischof offizieller Würdenträger“, erklärt der Vorsitzende der HOSI Salzburg zum „Kurier“. Bei jeder anderen Glaubensgemeinschaft „wären sofort offizielle Schritte dagegen eingeleitet worden“, so Lindner weiter.

Die HOSI Salzburg hat deshalb schon gleich nach dem Erscheinen des umstrittenen „Hirtenbriefs“ eine Stellungnahme der österreichischen Bischofskonferenz, deren Vorsitzender der Wiener Kardinal Christoph Schönborn ist, gefordert. Darauf habe es bis dato aber keine Reaktionen gegeben, so Lindner.