So ruinierte United Airlines einem schwulen Paar die Flitterwochen

Chaos bei der Airline sorgte dafür, dass Trey Harris diese Reise nie wieder vergisst - aber anders als erhofft

United Airlines
United Airlines

Die US-Fluglinie United Airways kommt derzeit nicht aus den negativen Schlagzeilen, nachdem zunächst ein Video aufgetaucht ist, auf dem ein Passagier mit Gewalt aus einer überbuchten Maschine gezerrt wird. Kurz darauf wurde bekannt, dass ein Passagier auf einem United-Flug von einem Skorpion gebissen wurde.

Internes Chaos bei United Airlines machte schon den Flug zu den Flitterwochen zum Martyrium

Nun hat ein weiterer ehemaliger Passagier sein Martyrium mit der Chaos-Fluglinie veröffentlicht: United Airways hat Trey Harris im März durch internes Chaos und Sturheit des Personals fast die Flitterwochen mit seinem Ehemann zerstört.

Harris, der bereits bei Google und Amazon gearbeitet hat, leidet an Spondylitis, einer Entzündung der Wirbelsäule und der Bandscheiben. Deshalb hat er Probleme beim Gehen. Um mobil zu bleiben, hat er einen kleinen Segway miniPro. Dass dieses Gerät beim Fliegen für Probleme sorgen könnte, war ihm klar, als er den Flug von Newark nach San Diego für eine gemeinsame Kreuzfahrt ins Glück buchte.

Der Segway des gehbehinderten Mannes durfte nicht an Bord – obwohl er vorher das Okay dafür hatte

Also kontaktierte er vor dem Flug die United-Abteilung für Passagiere mit besonderen Bedürfnissen. „Sie wollten von mir die Spezifikationen des Geräts wissen und haben mit etwas gesagt, das wie ein offizielles Okay klang“, erinnert sich Harris in seinem Blogbeitrag auf der Plattform „Medium“ an das Gespräch mit dem United-Mitarbeiter.

Auch von der Luftsicherheits-Behörde TSA bekam er im Vorfeld des Fluges das Okay, seinen Segway mitzunehmen. Das wurde Harris auch per E-Mail bestätigt. Und zunächst ging auch alles glatt: Durch die strengen Sicherheitskontrollen kam Trey Harris mit seinem kleinen Segway ohne Probleme.

Doch dann kam er mit dem Gefährt am Gate an. Dort war den United-Mitarbeitern das schriftliche Memo der TSA vollkommen egal. Stattdessen kontaktierten sie noch einmal die Abteilung für Passagiere mit besonderen Bedürfnissen – und kamen zu dem Schluss, dass er den Segway nicht an Bord mitnehmen durfte. Die Begründung: Die Gehhilfe zähle als „Hoverboard“, und die seien vom Transport ausgeschlossen.

Der Kapitän sagte allen Passagieren, dass Harris der Grund für die Verspätung sei

Doch damit war das Martyrium am Gate noch nicht zu Ende: Der Kapitän kam zu Harris und sagte, er würde sich darum kümmern. Doch anstatt das Gerät mitzunehmen, bekamen sämtliche Passagiere eine SMS, dass sich der Abflug wegen „Problemen mit einem Passagier“ verzögere. Was für einen sehr frostigen Empfang seiner Mitreisenden sorgte.

Und: Die United-Airlines-Mitarbeiter verboten es ihm auch, das Gerät als Frachtgepäck einzuchecken. Harris musste seinen Segway miniPro am Flughafen zurücklassen. Harris hatte nicht einmal Zeit, einen Freund anzurufen, der das Gerät mitnehmen könnte.

Die Reise begann dem entsprechend getrübt. „Wir sind gestartet, und meine Flitterwochen fingen damit an, dass ich eine Stunde geschluchzt habe und mein Mann mich getröstet hat“, erinnert sich Harris an diesen Moment.

Während der Flitterwochen bekam Trey Harris angsteinflößende Anrufe

Trey Harris borgte sich in San Diego für mehrere hundert Dollar einen Elektro-Scooter aus, der aber nicht so gut geeignet war wie seine eigene Mobilitätshilfe. Doch zumindest war er auf dem Kreuzfahrtschiff damit einigermaßen mobil.

Und es wurde noch schlimmer: Nach der Hälfte der Kreuzfahrt bekam Harris Anrufe auf seine Mailbox: Da er versucht habe, einen gefährlichen Gegenstand an einen Flughafen zu bringen, drohe ihm eine Strafanzeige und die Begleichung der Entsorgungskosten für den Segway. „Ich war für den Rest der Kreuzfahrt beunruhigt”, so Harris. „Zum Glück hat mich mein Mann durch die Situation begleitet. Ich liebe ihn so sehr. Einige andere Kreuzfahrer waren auch eine große Unterstützung.”

Zumindest diese Drohungen bewahrheiteten sich nicht: Als er mit seinem Mann von seinen Flitterwochen zurückkehrte, stand der kleine Segway unbeschadet auf dem Flughafen und Harris bekam seine Mobilitätshilfe zurück.

United Airlines ging bis jetzt auf Tauchstation

Von United Airlines hat Trey Harris allerdings bis heute nichts gehört. Ob es um die Rückerstattung der Leihgebühr für den Elektroscooter geht oder eine einfache Entschuldigung – die Fluglinie ist auf Tauchstation. Auch gegenüber der Presse hat sich United bis jetzt nicht zu dem Vorfall geäußert.

„Eine Entschuldigung wäre nett, aber ich erwarte keine Wunder“, ist Harris mittlerweile resigniert. „Ich hätte einfach gerne, dass sie – oder eine andere Fluglinie, falls sie ablehnen – mir garantieren, meine Mobilitätshilfe mitnehmen zu dürfen, wenn ich das nächste Mal fliege.“