So kannst Du den Verfolgten in Tschetschenien helfen

Jeder einzelne kann etwas tun - hier eine Zusammenfassung aller Möglichkeiten

#chechnya100
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Viele Menschen in aller Welt sind bestürzt über die Vorgänge in Tschetschenien: Schon seit Ende letzten Jahres werden dort Medienberichten zufolge schwule Männer systematisch verschleppt und gefoltert. Einige von ihnen haben diese Tortur nicht überlebt, andere wurden wegen ihrer Homosexualität von ihrer eigenen Familie umgebracht, nachdem sie wieder freigelassen wurden.

Und so fragen sich auch in Österreich, Deutschland und der Schweiz viele Menschen, was sie gegen dieses Verbrechen an der Menschlichkeit machen können. Wir haben deshalb einige Möglichkeiten zusammengefasst.

Petitionen unterzeichnen

Viele LGBT-Organisationen haben im Internet Petitionen gestartet: Sie rufen die russische oder tschetschenische Regierung auf, die Verschleppungen schwuler Männer zu beenden und die Vorgänge in Tschetschenien zu untersuchen. Diese Petitionen zu unterschreiben ist ein wichtiger erster Schritt, um Öffentlichkeit zu erzeugen und Druck auf die betroffenen Politiker aufzubauen.

Geld spenden

Das russische LGBT-Network hilft derzeit dutzenden schwulen Männern, Tschetschenien zu verlassen. Die Männer werden in Notunterkünften in anderen russischen Städten untergebracht. Um die Rettung und die Notunterkünfte zu finanzieren, benötigt das LGBT-Network dringend Geld. In Österreich hilft Queerbase LGBT-Flüchtlingen, auch aus Tschetschenien.

Die russische Botschaft kontaktieren

Mit Briefen an die russische Botschaft oder konsularische Vertretungen kann ebenfalls Druck erzeugt werden, die Vorfälle in Tschetschenien aufzuklären und zu beenden. Auch Anrufe, Facebook-Postings oder Tweets helfen hier. Bleibe dabei immer höflich.

Heimische Politiker kontaktieren

Auch hier geht es darum, den internationalen Druck zu erhöhen. Wenn die europäischen Außenminister Russland zeigen, dass diese Praktiken nicht geduldet werden, kann es diesen Druck wieder an Tschetschenien weitergeben. Schreib einen Brief, eine E-Mail, einen Facebook-Kommentar oder Tweet, um zu zeigen, dass die Stimme der LGBT-Community nicht schweigen wird.

Und weil geflüchtete Tschetschenen in ihrer Heimat nicht sicher sind, brauchen sie auch in Drittländern wie Österreich, Deutschland oder der Schweiz Asyl. Hier ist es wichtig, dass sich die Länder bereit erklären, diese Flüchtlinge aufzunehmen, Im Aufnahmeverfahren sollten sie möglichst von anderen Tschetschenen getrennt sein, damit ihnen von diesen keine Gefahr droht. Wende Dich mit dieser Bitte an Dein Innenministerium.

Bleibe informiert und teile die Meldungen

Je mehr Menschen wissen, was schwulen Männern und anderen sexuellen Minderheiten in Tschetschenien passiert, umso größer wird der Druck, dagegen zu handeln. Wenn Du einen interessanten Artikel liest, teile ihn in Deinen Sozialen Netzwerken – am Besten mit dem Hashtag „#chechnya100“.

Gehe auf Demonstrationen und Solidaritätsmärsche

In ganz Europa finden Veranstaltungen statt, bei denen Du Deine Solidarität mit den verfolgten Menschen in Tschetschenien zeigen kannst. In Wien findet beispielsweise am morgigen Freitag ein Solidaritätsmarsch statt. Er beginnt um 17.00 Uhr bei der Staatsoper, von dort ziehen die Aktivisten zum Parlament. Dort findet die Abschluss-Kundgebung statt.

Weitere Veranstaltungen findest Du beispielsweise auf der Facebook-Seite von #chechnya100 (https://www.facebook.com/Chechnya100/) Denn zusammen sind wir stärker und unsere Stimme wird gehört.