Frankreich: Opfer des Terroranschlags war Mitglied des LGBT-Polizistenverbandes

Die Vereinigung französischer LGBT-Exekutivbeamter trauert um das Opfer des Anschlags am Champs-Élysées

Paris: Triumphbogen bei Nacht
FranziWa/Pixabay - C00

Jener Polizist, der gestern Abend bei einer Terrorattacke in Paris getötet wurde, war Mitglied der Vereinigung französischer LGBT-Exekutivbeamter. Das berichtet das britische Portal „PinkNews“ unter Berufung auf die Facebook-Seite der Vereinigung.

Attentäter feuerte aus dem Auto in einen Mannschaftsbus der Polizei

Ein Attentäter hatte gestern gegen 21 Uhr am weltberühmten Champs-Élysées das Feuer auf einen Mannschaftswagen der Polizei eröffnet. Die Beamten waren vor Ort, um das Gebiet rund um den Triumphbogen zu schützen. Danach versuchte er offenbar zu Fuß zu fliehen. Noch während der Flucht soll er auf weitere Polizisten geschossen haben.

Dabei wird ein Polizist von den Kugeln tödlich getroffen, zwei weitere Beamte sowie eine Touristin werden verletzt. Beim anschließenden Schusswechsel wird auch der Angreifer, vermutlich ein 39-Jähriger Franzose, der bereits als terroristischer Gefährder im Visier der Behörden gestanden sein soll, tödlich getroffen.

„Wir sind schockiert von der Tragödie“, schreibt der LGBT-Polizistenverband

Auch, wenn die französischen Behörden den Namen des getöteten Beamten noch nicht veröffentlicht haben, auf der Facebook-Seite von „Flag – Policiers et Gendarmes LGBT“ gibt es ein entsprechendes Posting: „Wir sind schockiert und bewegt von der Tragödie, die gerade die Nationalpolizei und Flag getroffen hat! Der Polizist, der heute Abend getötet wurde, ist ein Mitglied unseres Verbandes. Flag spricht seiner Familie, seinen Freunden, seinen Kollegen und unseren Mitgliedern, die ihm nahe standen, sein tiefempfundenes Beileid aus.

Die im September 2001 gegründete Vereinigung Flag ist mit den GayCops Austria in Österreich oder VelsPol in Deutschland vergleichbar. Sie vertritt LGBT-Beamte im Bereich des französischen Innenministeriums, darunter auch der Polizei und der Gendarmerie.

Hollande beruft Sicherheitskabinett ein, Merkel kondoliert

Der französische Präsident François Hollande hat für heute früh sein Sicherheitskabinett einberufen. Bei der am Sonntag stattfindenden Präsidentenwahl werde für äußerste Sicherheit gesorgt, versprach er.

Mittlerweile hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dem französischen Präsidenten Hollande kondoliert. Ihr Mitgefühl gelte den Opfern und ihren Familien, so Regierungssprecher Steffen Seibert.

Präsidentschaftskandidat Macron erklärt sich solidarisch mit Polizei und Justiz

Der Anschlag hat auch Auswirkungen auf den französischen Wahlkampf. Die Attacke geschah während einer Fernseh-Livedebatte mit den Kandidaten. Der konservative Kandidat François Fillon, der sozialliberale Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen kündigten noch am Abend an, die noch geplanten Wahlkampfauftritte abzusagen.

Macron äußerte sich auch während der Debatte zu dem Anschlag: „Die erste Aufgabe eines Präsidenten ist es, zu schützen. Ein Polizist ist getötet worden, man weiß noch nicht genau, was passiert ist. Ich möchte den Polizeikräften und der Justiz meine ganze Solidarität aussprechen.“