Grünen-Chefin Eva Glawischnig tritt zurück

Parteichefin bestätigt entsprechende Gerüchte

Eva Glawischnig
Die Grünen

Eva Glawischnig, Vorsitzende der Grünen, tritt vom Parteivorsitz zurück. Das hat sie am Vormittag in einer persönlichen Erklärung angekündigt. Auch ihr Nationalratsmandat will sie zurücklegen.

Sie begründete den Rücktritt mit persönlichen Motiven. Als Mutter zweier Söhne habe sie eine Pflicht, auf ihre Gesundheit zu achten. Es habe „erste körperliche Warnsignale gegeben, die ich ernst nehmen muss“, so Glawischnig. Erst Anfang April hatte sie einen schweren allergischen Schock erlitten.

Enttäuschung nach Konflikt mit der Jugendorganisation

Intern soll sie nach Informationen der Tageszeitung „Die Presse“ kommuniziert haben, sie habe sehr darunter gelitten, ganz allein die Verantwortung für den Konflikt mit der Jugendorganisation übernehmen zu müssen. In der Öffentlichkeit würden alle den Konflikt mit ihrer Person verbinden.

Ihre Klagen gegen Hasskommentare und Facebook will sie weiter ausfechten. Gegen Hass im Netz will sie weiter kämpfen. Als sie sich bei ihren Mitkämpferinnen und Mitkämpfern bedankte kämpfte Glawischnig mit den Tränen – ihr Dank galt auch Hansi Eitler von den Grünen Andersrum, der LGBT-Organisation der Partei.

„Die Zeit“ berichtet als erste Zeitung vom bevorstehenden Rücktritt Glawischnigs

Als erstes Medium hatte die Online-Ausgabe der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ gestern von den Rücktrittsplänen berichtet. Im Laufe des heutigen Vormittags wurde der geplante Rücktritt auch mehreren österreischen Medien bestätigt. Ursprünglich wollte sie ihren Rücktritt offenbar erst am Freitag bekanntgeben, entschied sich nach den ersten Meldungen aber für eine schnelle Bekanntgabe.

Bis in die frühen Morgenstunden wurden innerhalb der Grünen intensive Diskussionen über ihre Nachfolge als Parteichefin geführt. Favoritin ist die Tiroler Landesvorsitzende und Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe. Als stellvertretende Bundesvorsitzende leitet sie gemeinsam mit dem Nationalratsabgeordneten Werner Kogler die Geschäfte der Partei interimistisch.

Keine Klarheit, wer die Grünen als Spitzenkandidat in die Nationalratswahl führt

Ob Felipe auch Spitzenkandidatin in der Nationalratswahl wird oder sich die Partei für einen anderen Kandidaten entscheidet, ist noch unklar. Sie selbst hat angekündigt, in Tirol bleiben zu wollen und dort die Landtagswahl 2018 zu schlagen. Glawischnig hat in ihrer Erklärung angekündigt, bei der Wahl ihrer Nachfolge keine Rolle mehr spielen zu wollen.

Glawischnig war seit 2008 Vorsitzende der Grünen, sie folgte in dieser Position dem jetzigen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen nach.