Antisemitischer Vorfall am Rand der Regenbogenparade

Amerikaner mit Israel-Flagge beschimpft und geschlagen - Drei Anzeigen gegen bosnische Handball-Fans

Symbolbild: Israel-Regenbogenflaggen auf der Regenbogenparade 2016
Archivbild (2016) - premiumPIX

Einen antisemitischen Vorfall gab es am Rande der Regenbogenparade: Am Schwarzenbergplatz wurde ein Teilnehmer angegriffen, weil er in eine Israel-Flagge gehüllt war.

97 bosnische Handball-Hooligans gegen einen US-Amerikaner

Eine Gruppe von 97 Fans der bosnischen Handball-Nationalmannschaft beschimpfte den US-amerikanischen Staatsbürger gegen 17.00 Uhr zunächst rassistisch und antisemitisch, so die Wiener Polizei. Anschließend wurde er mit Fäusten attackiert, dadurch wurde er leicht verletzt, so Polizeisprecher Paul Eidenberger zum ORF Wien.

Die Polizei, die wegen der Regenbogenparade in größerer Zahl vor Ort war, schritt sofort ein. Sie hielt die Gruppe fest und stellte die Identitäten der Angreifer fest. Die Beamten stellten drei Anzeigen wegen Körperverletzung, Verhetzung und nach dem Verbotsgesetz. Da es sich bei den Männern um ausländische Staatsbürger handelte, wurden jeweils 100 Euro als Sicherheitsleistung zur Sicherung des Strafverfahrens eingehoben.

Erster antisemitischer Vorfall im Umfeld der Regenbogenparade

Bereits seit vielen Jahren marschieren jüdische LGBT-Personen bei der Regenbogenparade mit, oft mit Israel-Flaggen oder kombinierten Fahnen, die den Davidstern in Regenbogenfarben zeigen. Bis jetzt gab es noch nie einen dementsprechenden Zwischenfall.

Sonst verlief die Regenbogenparade, an der dieses Jahr offiziellen Angaben zufolge 185.000 Menschen teilnahmen, ruhig. Einzig bei der Gegendemonstration, einem „Marsch für die Familie“, gab es eine Festnahme nach dem Verwaltungsstrafgesetz.

Die störenden Handball-Fans waren wegen des Spiels Österreich gegen Bosnien-Herzegowina in die Stadt gekommen, das Samstagabend in der Albert Schultz Halle stattfand. Ihrer Nationalmannschaft half das allerdings nicht: Die Österreicher gewannen und konnten sich damit bereits zum dritten Mal für eine Handball-Europameisterschaft qualifizieren.