Festnahme bei Gegendemo zur Regenbogenparade

Linksaktivisten versuchten, den "Marsch für die Familie" von Ex-"Pegida"-Sprecher Georg Immanuel Nagel zu blockieren

Polizei (Österreich)
JouWatch/flickr - CC BY-SA 2.0

Während am Samstag 185.000 Menschen auf der Regenbogenparade für ein tolerantes und offenes Österreich protestierten, fand in der Innenstadt eine Gegendemo mit etwa 150 Teilnehmern statt. Dabei kam es zu Übergriffen und einer Verhaftung.

Gegen 16.30 Uhr wollten die rechtskatholischen Aktivisten ihren „Marsch für die Familie“  vom Albertinaplatz starten. Organisiert wurde er vom ehemaligen Pegida-Sprecher Georg Immanuel Nagel, der unter anderem Conchita Wurst als „nationalen Säulenheiligen der realitätsfernen Gender-Ideologie“ bezeichnet hatte. Er wollte die Demonstration „nicht in erster Linie als Gegenveranstaltung“ verstanden haben, räumte jedoch ein, dass sie bewusst am Tag der Parade geplant wurde.

Demo gegen „Gender-Wahn“ und „Zwangssexualisierung in Schulen“ fast ohne Teilnehmer

Viele Leute fühlten sich gestört von „Gender-Wahn“ und der „Zwangssexualisierung in Kindergarten und Schulen“, so der ehemalige Pegida-Sprecher. Weiters demonstrierten die Teilnehmer gegen die Öffnung der Ehe. Die Öffnung der Adoption für Lesben und Schwule sowie die Fristenregelung bei der Abtreibung wollen die Teilnehmer wieder rückgängig machen. Man müsse, so einer der Redner, die Institution der Familie „gegen die Angriffe eines abartigen Sexualhedonismus verteidigen“ und sei „gegen die Benachteiligung der Familie durch Gleichstellung mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“.

Unter den Rednern des „Marsches für die Familie“ in Wien war auch der ehemalige Team-Stronach und ÖVP-Nationalrat Marcus Franz, der nun als wilder Abgeordneter im Parlament sitzt. Er nannte die Demonstranten „ein kleines Grüppchen mit einer starken Meinung“ und betätigte sich als Verschwörungstheoretiker: So bezichtigte er die Bundesregierung, sie führe „ein gigantisches linksideologisches Projekt, die Familie zu zerstören“ durch.

Linksaktivisten wollten Versammlung „gefährlicher Reaktionäre“ nicht unkommentiert lassen

Doch auch die Gegendemo zur Regenbogenparade hatte mit einer Gegendemo zu kämpfen: Etwa 50 Aktivisten der Sozialistischen Linkspartei (SLP) störten den „Marsch für die Familie“ mit Sprechchören und Trommeln. Bundessprecherin Sonja Grusch erklärte, die SLP sei solidarisch mit der Vienna Pride, man wolle eine Versammlung „gefährlicher Reaktionäre“ nicht unkommentiert lassen.

Beim Josefsplatz versuchten dann laut Wiener Polizei etwa 30 teils vermummte Linksaktivisten, den „Marsch für die Familie“ durch eine Blockade zu stören. Sie trug die Teilnehmer weg und zeigte sie an. Einer der Aktivisten verweigerte es, sich auszuweisen und wurde nach dem Verwaltungsstrafgesetz festgenommen. Kurz vor 18.00 Uhr wurde der „Marsch für die Familie“  beendet.