Schwules Paar in Berlin-Neukölln zweimal von Jugendlichen attackiert

Vermutlich wurde das Paar von einer Gruppe türkischer Jugendlicher beschimpft und dann geschlagen

Polizei Berlin
Symbolbild

Im Berliner Bezirk Neukölln wurde gestern am Abend ein schwules Paar gleich zwei Mal von einer Gruppe Jugendlicher homophob beleidigt und angegriffen. Das meldet die Berliner Polizei, die als einzige Behörde im deutschen Sprachraum sämtliche Hass-Delikte öffentlich macht.

Auf der Straße von fünf Jugendlichen beschimpft

Ihren eigenen Angaben zufolge ging das Paar, 32 und 42 Jahre alt, gegen 19.00 Uhr in der Leinestraße spazieren. Plötzlich trafen sie auf eine fünfköpfige Jugendgruppe, die sie grundlos schwulenfeindlich beleidigte.

Der 42-Jährige fragte sie daraufhin, was das Problem sei – doch darauf antworteten die Burschen mit den Fäusten: Sie prügelten auf den Mann ein. Gäste eines nahegelegenen Imbisses sahen die Situation und halfen dem Paar. So gelang es zunächst, die Burschen in die Flucht zu schlagen.

Wenig später trafen die beiden Männer erneut auf die Burschen

Doch wenig später traf das schwule Paar erneut auf die Burschen: Wieder schlugen die Jugendlichen auf den 42-Jährigen ein, dann flüchteten sie in Richtung Tempelhofer Flugfeld. Der Mann wurde dabei nur leicht verletzt und musste nicht unmittelbar in ärztliche Behandlung. Sein 32-jähriger Freund blieb unverletzt.

Zeugenaussagen zufolge sollen sich die Jugendlichen auf Türkisch unterhalten haben. Die weiteren Ermittlungen übernimmt – wie bei allen Fällen von Hass-Kriminalität – der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin.

Die Zahl der homophoben Übergriffe in Berlin steigt leicht an. So wurden zwischen Jänner und Oktober 2016 insgesamt 113 Vorfälle statistisch erfasst. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 107 Straftaten. Die Dunkelziffer dürfte höher sein: Die Berliner Beratungsstelle Maneo registrierte für das ganze Jahr 2016 insgesamt 291 Fälle. Dort werden auch Vorfälle gezählt, die gemeldet, aber nicht angezeigt wurden.