Tödliche Penisverlängerung in Schweden

Ein gesunder 30-Jähriger bezahlte einen Standardeingriff mit dem Leben

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In Schweden ist ein 30-jähriger Mann nach einer Penisverlängerung gestorben. Darüber berichten Brita Zilg und Petra Råsten-Almqvist vom schwedischen Amt für Rechtsmedizin im Fachblatt „Journal of Forensic Sciences“.

Mann wollte sein bestes Stück länger und dicker haben

Der ansonsten gesunde Mann wollte Länge und Umfang seines Penis vergrößern. Länger sollte sein bestes Stück werden, indem Bänder am Penis durchtrennt wurden –  das schummelt optisch einige Zentimeter. Dicker sollte er mit Hilfe einer Eigenfetttransplantation werden. Diese Methode gilt als sicherer Standardeingriff, der jedes Jahr an 8.400 Männern durchgeführt wird, wie die Internationale. Dafür werden normalerweise eigene Fettzellen aus den Hüften oder den Oberschenkeln in den Penis eingespritzt. Die Kosten für den Eingriff betragen etwa 10.000 Euro.

In diesem Fall kam es am Ende der Operation aber zu Komplikationen. So begann das Herz des Patienten plötzlich zu rasen, als 60 Milliliter Fettzellen in das beste Stück eingespritzt wurden. Der Sauerstoffgehalt im Blut fiel, der Blutdruck sank rapide ab. Schließlich erlitt der Patient einen Herzinfarkt.

Mann starb an einem Herzinfarkt, weil Fettzellen aus dem Penis in die Lunge gelangt waren

Die Ärzte versuchten, den Mann wiederzubeleben und brachten ihn in die Notaufahme. Doch alle Versuche, das Leben des Mannes zu retten, scheiterten. Zwei Stunden später stellten die Ärzte den Tod des 30-Jährigen, der zuvor nie Herzprobleme hatte, fest.

Grund für den Tod war eine Fettembolie: Das eingespritze Fett ist in die Venen durchgesickert und so in die Lunge gelangt. Dort hat es Gefäße verstopft, was den Herzinfarkt verursachte. Normalerweise treten diese nach einem Knochenbruch mit Knochenmarksbeteiligung oder während großer orthopädischer Eingriffe auf.

Weil gleichzeitig zwei Eingriffe durchgeführt wurden, könnte das Risiko für eine Embolie nach Meinung der Studienautorinnen erhöht gewesen sein: Denn durch die Verlängerung könnte das Gewebe für die Verdickung bereits geschädigt worden sein. „Dies ist der erste beschrieben Fall, in dem eine scheinbar einfache und sichere Prozedur zur Vergrößerung des Penis durch Eigenfetttransfer den plötzlichen Tod eines gesunden jungen Mannes verursacht hat“, ist das Fazit der beiden Autorinnen.