Irischer Premier unterstützt Ehe-Öffnung in Nordirland

Demonstrativ nimmt er an einer Veranstaltung zur Belfast Pride teil und verärgert damit die nordirische Regierung

Leo Varadkar
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Es ist ein deutliches Zeichen, dass Leo Varadkar, der erste offen schwule Premierminister Irlands, setzt: Er hat bestätigt, am Samstag an einem Frühstück anlässlich der Pride-Parade im nordirischen Belfast teilzunehmen. Der Teil des Vereinigten Königreichs ist der einzige auf den britischen Inseln, in dem die Ehe nicht für schwule und lesbische Paare geöffnet ist.

Leo Varadkar besucht Event im Rahmen des Belfast Pride

Varadkar besucht am Freitag zum ersten Mal das zum Vereinigten Königreich gehörende Nordirland. Dort trifft er sich unter anderem mit Spitzenpolitikern. Am Tag darauf nimmt er an einem Frühstück im Rahmen der Belfast Pride teil. An der Parade selbst kann der irische Premier nicht teilnehmen, da er gleichzeitig andere Verpflichtungen hat.

Dieser Termin ist ein deutliches Zeichen gegenüber der Democratic Unionist Party (DUP): Die pro-britische Partei ging als Siegerin der letzten Wahlen in Nordirland hervor und hat sich in den letzten Jahren immer gegen eine Öffnung der Ehe gestemmt – während sowohl England, Wales und Schottland als auch die Republik Irland Lesben und Schwulen das Recht auf Ehe geöffnet haben.

Doch das scheint dem irischen Premier egal zu sein: „Ich werde das Pride Breakfast Samstagfrüh in Belfast besuchen, um meine Unterstützung für Gleichheit vor dem Gesetz auszudrücken, für Katholiken, Protestanten, Nicht-Religiöse, Männer, Frauen, schwule, lesbische und heterosexuelle Menschen. Und ich mache dabei keine Kompromisse für niemanden“, so Varadkar.

Der offen schwule Premier verärgert damit die konservative Regierung Nordirlands

Bereits im Juni hat der irische Premier die DUP ermahnt, ihre Blockade gegen die Öffnung der Ehe aufzugeben. Obwohl bei der fünften Abstimmung zu dem Thema die Befürworter der Ehe mit 53 zu 52 vorne lagen, nutzte die DUP ein Veto, um die Öffnung zu verhindern.

Varadkar betonte, er brachte in einem Gespräch mit DUP-Obfrau zum Ausdruck, dass er „die sehr deutliche Ansicht hat, dass die Ehe für Alle in Nordirland erlaubt werden sollte“. Innerhalb der DUP soll man nicht darüber erfreut gewesen sein, dass sich der Premierminister der Republik Irland in die Angelegenheiten des britischen Nordirland einmischt.