„Siehst wie Transe aus“: Frau in der Wiener Innenstadt verprügelt

Im Suff soll ein 23-Jähriger ein Hassverbrechen am Wiener Schwedenplatz begangen haben

Frau in Wien verprügelt
Polizei Wien

Dass homo- oder transphobe Hassverbrechen nicht nur Mitglieder der Community betreffen, musste eine junge Frau am Wiener Schwedenplatz am eigenen Leib erfahren. Sie wurde von einem Betrunkenen zusammengeschlagen, der sie als „Transe“ beschimpfte. Das berichtet die Tageszeitung „Heute“.

Die Frauen wollten einen Junggesellinnen-Abschied ausklingen lassen

Eigentlich wollte die Altenpflegerin Magdalena K. mit zwei Freundinnen in einem Nudellokal beim Schwedenplatz einen Junggesellinnen-Abschied ausklingen lassen. Doch dann betrat Okan Y. mit einem Freund schwer betrunken das Lokal – sechs Jägermeister und fünf Bier enthemmten nach Informationen der Zeitung den 23-Jährigen.

„Ihr seid keine Frauen. Ihr seht wie Transen aus“, begann er das Trio wüst anzupöbeln. Dann lief er aus dem Lokal, kam kurz daraus aber wieder herein und beschimpfte die Frauen weiter. „Meine Freundin sagte noch: ‚Schau ihn nicht an, iss deine Nudeln weiter‘“, erinnert sich Magdalena K. – doch ohne Erfolg. Okan Y. pöbelte weiter, spuckte eine der Frauen an und attackierte sie sogar an der Schulter, bevor er das Lokal erneut verließ.

„Er versetzte mir mit der Faust einen Schlag, ich kam erst wieder im Krankenhaus zu mir“

Doch das ging den drei Frauen zu weit: Sie liefen dem Mann nach, wollten ihn zur Rede stellen. Vor dem Lokal eskalierte die Situation allerdings. „Ich habe nur gesehen, dass sich meine Freundin duckte und von dem Mann wegging. Ich stand dann vor dem Burschen und fragte ihn, was mit ihm los ist, worauf er mich auf Türkisch beschimpfte. Dann versetzte er mir mit der Faust einen Schlag. Ich ging zu Boden, war total benommen und kam erst im AKH wieder zu mir“, erinnert sich Magdalena K. im Gespräch mit „Heute“.

Und sie ergänzt: „Von meiner Freundin habe ich gehört, dass der Beschuldigte auch noch mit dem Fuß nach mir getreten hat“ Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte eine Gehirnerschütterung, einen gebrochenen rechten Daumen und Hämatome im Gesicht. Sie musste stationär behandelt werden. Durch den Schlag wurden auch die Vorderzähne verletzt – sie sind abgestorben und können jeden Tag ausfallen. Deshalb möchte sie vom mutmaßlichen Täter 10.000 Euro Schmerzensgeld geltend machen.

Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung. Was Okan Y. so wütend gemacht hat, weiß vermutlich nicht einmal er: „Mir war in meinem Leben noch nie etwas so peinlich wie jetzt“, gab er bei der Polizei zu Protokoll. Heute muss er sich vor Richterin Eva Brandstetter verantworten.