Mehrheit der Army-Angehörigen gegen Trumps Transgender-Bann

Ob Admiral der Küstenwache oder einfache Miliärangehörige: Der Gegenwind wird stärker

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Auch innerhalb der US-Streitkräfte ist die Unterstützung für einen Bann von Transgender-Soldaten enden wollend. Präsident Donald Trump hatte Ende Juli angekündigt, Trans-Personen doch nicht zum Militär zuzulassen und diesen Plan Ende letzter Woche bekräftigt.

Generalstabschef macht ohne Anweisung des zuständigen Ministers nichts

So hat Generalstabschef Joseph Dunford schrieb einen Tag nach Trumps Tweet bekanntgegeben, dass die bisherige Praxis bestehen bleibe, bis Verteidigungsminister James Mattis eine offizielle Anweisung des Präsidenten erhalte. Dies ist bis jetzt nicht geschehen.

Bei Soldaten und Veteranen gibt es Unverständis für die Entscheidung des Präsidenten: Die Trans-Frau Kristin Beck, ein ehemaliger Navy SEAL, hat Trump aufgefordert, er möge ihr ins Gesicht sagen, dass sie „es nicht wert“ sei – der Präsident hat nicht darauf reagiert.

Admiral der Küstenwache steht hinter seinen 13 Trans-Seeleuten

Auch Paul Zukunft, Admiral der US-Küstenwache, hat sich bereits hinter seine Truppe gestellt. Er hat angekündigt, den Bann nicht umzusetzen. Die Küstenwache ist der einzige Teil des US-Militärs, der dem Heimatschutz-Ministerium unterstellt ist. Er habe persönlich mit allen 13 transgender Mitgliedern der Küstenwache gesprochen.

Darunter war auch Lieutenant Taylor Miller. „Taylors Familie hat sie verstoßen. Ihre Familie ist die Küstenwache der Vereinigten Staaten. Und ich habe Taylor gesagt: ‚Ich wende dir nicht den Rücken zu. Wir haben in dich investiert, und du hast in die Küstenwache investiert, und ich werde das Vertrauen nicht enttäuschen.“

Auch Mehrheit der Bevölkerung mit großer Mehrheit gegen den Bann

Auch eine Mehrheit der US-Militärangehörigen ist gegen den Bann, wie aus einer aktuellen Umfrage hervorgeht. Demnach glauben 55 Prozent der Wähler in Soldatenhaushalten, dass es Transgender-Personen erlaubt sein sollte, in den Streitkräften zu dienen. Nur 39 Prozent sind dagegen. In der Gesamtbevölkerung ist die Unterstützung für Transgender in den Truppen mit 68 Prozent sogar noch höher.

Nur unter deklarierten Republikanern gibt es eine Unterstützung für die Ankündigung des Präsidenten. 60 Prozent sind für einen Transgender-Bann, 32 Prozent dagegen. In allen anderen Zielgruppen liegen die Gegner des Banns mindestens 22 Prozentpunkte vor den Befürwortern.

„Die Wähler sagen, ein Soldat ist ein Soldat, unabhängig davon, wie seine oder ihre Geschlechtsidentität ist. Die Wähler sagen: ‚Lass sie dienen‘“, erklärt Tim Malloy von der Quinnipiac Universität, die die Studie durchgeführt hat.