Trans-Stripperin rammt Lover Kugelschreiber in beide Augen

Sie nannte ihn Kannibale, er wurde wütend - und musste deshalb brutal sterben

Justin Tyler Calhoun
Monroe County Sheriff's Office

Äußerst ungewöhnlicher Mordfall im US-Bundesstaat Florida: Eine obdachlose Trans-Stripperin soll in der Schwulenhochburg Key West ihren mehr als vierzig Jahre älteren Partner nach einem Streit brutal ermordet haben.

Eine gefährliche Liason endete blutig

Der 67 Jahre alte Mark Brann wurde am Montag zum Opfer einer „brutalen häuslichen Attacke“, so die Polizeiakten: Polizei und Notarzt wurden gegen 3.25 Uhr an den Tatort, die Wohnung des Opfers, gerufen. Dabei fanden sie Mark Brann mit Stichwunden im Gesicht und ernsthaften Hiebverletzungen am Kopf. Einen Tag später starb er im Ryder Trauma Center in Miami.

Als mutmaßliche Täterin konnte die 24-jährige Justin Tyler Calhoun in unmittelbarer Nähe des Tatorts verhaftet werden. In den Gefängnisdokumenten wird sie als weiblich und obdachlos geführt. Sie arbeitet als Stripperin in Tampa. Die Anklage lautet auf Mordversuch zweiten Grades, sie habe die Tat bereits zugegeben, erklärte Polizeisprecherin Alyson Crean.

Weil sie ihn als Kannibalen bezeichnete, rastete ihr 43 Jahre älterer Liebhaber aus

Calhoun gab demnach zu, eine sexuelle Beziehung mit dem Opfer gehabt zu haben und oft bei ihm zu Hause gewesen zu sein. Bei einer weiteren Vernehmung erklärte Calhoun, mit dem Opfer in Streit geraten zu sein: Während die beiden im Bett lagen, bezeichnete sie Brann als Kannibale, was diesen in Rage brachte.

Daraufhin habe der 67-Jährige eine Waffe genommen, die auf dem Bett lag, und sie damit bedroht. Die 24-Jährige fasste das Handgelenk des Mannes und wollte den Mann in Notwehr erschießen, allerdings blockierte die Waffe. Doch der Kampf war damit nicht zu Ende.

Aus Notwehr habe sie ihm einen Kugelschreiber in die Augen gerammt, so der Haftbefehl

Die mutmaßliche Täterin erklärte, sie habe dann einen Kugelschreiber gefunden und ihrem Partner damit in beide Augen gestochen. Anschließend habe sie „ein zerbrochenes Holzstück in Branns Mund gerammt, ist aufgestanden, und ist dann auf das Holzstück gesprungen, um es tiefer in Branns Kehle zu treiben“, so der Haftbefehl.

Das Holz nahm sie von einem Schrank, der bei dem Streit kaputt ging. Anschließend soll Calhoun eine Lade des Schranks genommen haben und dem Opfer damit auf Kopf und Hals geschlagen haben. „Calhoun hat Notwehrüberschreitung zugegeben“, sagt der zuständige Detective Jeffrey Dean.

Nach dem Angriff nahm sie ihren Rucksack, Geld des Opfers und ein Kleid und sprang – noch nackt – aus dem Schlafzimmer. Sie versuchte vor der Polizei zu flüchten, indem sie über Zäune und auf Dächer kletterte.

Bei der Angeklagten wurden auch Kokain und Betäubungsmittel gefunden

Bei der ersten Anhörung am Dienstag hat Justin Tyler Calhoun nur mit den Augen gerollt, als die Anklage verlesen wurde. Neben der Tötung von Mark Brann werden ihr auch andere Vergehen zur Last gelegt: Besitz von Kokain, Diebstahl von mehr als 10.000 Dollar von einer Person über 65 und der Besitz eines Betäubungsmittels ohne Rezept.

Es wurde keine Kaution festgelegt, sie sitzt im Stock Island Detention Center in Untersuchungshaft. Dort hat sie eine Einzelzelle im Männertrakt bekommen, weil sie sich selbst bei der Verhaftung als weiblich definiert hat. Das entspricht den offiziellen US-Richtlinien für Transpersonen in Gefängnissen.

Für Calhoun ist es nicht der erste Auftritt vor dem Richter: Vor nicht einmal zwei Wochen, am 4. August, hat sie sich einverstanden erklärt, an einem Drogenentzugsprogramm teilzunehmen – nachdem sie eine April zwei Polizisten in Key West angegriffen hat, der sie wegen Gewalttätigkeit und Besitz von Marihuana verhaften wollte.