Mord aus Schwulenhass? Tod von Jim Reeves ab heute vor Gericht

Der "Squeezer"-Sänger musste unglaubliche Qualen erleiden, bevor er starb.

Jim Reeves
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In Berlin hat heute der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder des „Squeezer“-Sängers Jim Reeves begonnen. Zwei polnische Bauarbeiter haben der Anklage zufolge den 47-Jährigen gequält und umgebracht, weil er ihnen gegenüber zudringlich gewesen sein soll. Für die Staatsanwältin war es ein grausamer Mord aus niederen Beweggründen.

Reeves freundete sich mit zwei Bauarbeitern an und flirtete sie an – das war sein Todesurteil

Es geschah in der Nacht vom 31. Jänner auf den 1. Februar 2016. Jim Reeves übernachtete im Hostel „HappyGoLucky“ am Stuttgarter Platz, nachdem er Streit mit seiner Freundin hatte. Dort freundete er sich mit dem 23-jährigen Adam K. und dem 30 Jahre alten Pawel A., die gerade auf der Durchreise waren an – sie teilten sich ein Sechs-Bett-Zimmer.

In einer Bar soll Reeves dann angeblich zudringlich geworden sein – offenbar das Todesurteil für den Pop-Sänger. Gemeinsam hätten die Angeklagten den Entschluss gefasst, das Opfer „zu töten und dabei zu quälen, weil der homosexuelle Geschädigte ihnen sexuelle Handlungen angetragen hatte“, heißt es in der von einer Staatsanwältin verlesenen Anklage.

Mit Gegenständen vergewaltigt, Rippen gebrochen – bei vollem Bewusstsein

Auf dem Bett soll Reeves demnach bei vollem Bewusstsein mit Gegenständen vergewaltigt worden sein. Die Qualen habe er „unter großen Schmerzen“ miterlebt, so die Anklage. Durch die Folter wurden ihm 15 Rippen gebrochen und das Gesicht zertrümmert. Wie die B.Z. berichtet, verließen Zuschauer „weinend den Saal, als die Anklage verlesen wurde“.

Reeves starb an „der durch die Pfählung verursachten Leber- und Milzzerreißung“ sowie am  Blutverlust, so die Anklage. „Selbst für erfahrene Juristen ist das, was in der Anklage steht, nicht alltäglich“, erklärt Rechtsanwalt Markus Kluck der Bild-Zeitung. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, „grausam und aus niederen Beweggründen getötet“ zu haben.

Einer der Angeklagten konnte erst in Katalonien gefasst werden und leistete starken Widerstand

Einer der beiden Angeklagten konnte etwa zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod des Sängers in Polen gefasst und nach Deutschland ausgeliefert werden. Der zweite Täter konnte von Zielfahndern erst ein Jahr später westlich von Barcelona festgenommen werden. Er leistete starken Widerstand, bei sich hatte er unter anderem zwei gefälschte Ausweisem, einen Elektroschocker, drei Handys und 7.000 Euro in bar.

Adam K. und Pawel A. schweigen zur Anklage. Nun wird mit einem langen Beweisaufnahmeverfahren gerechnet. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Mit einem Urteil wird Ende Oktober gerechnet. Den beiden Männern droht lebenslange Haft.