Brasilien verbietet Stück, das Jesus als Transgender-Person zeigt

Richter verbietet "Das Neue Testament nach Jesus, Königin des Himmels"

Flagge von Brasilien
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In Brasilien hat ein Gericht im Bundesstaat São Paulo die Aufführung eines Theaterstücks verboten, in dem Jesus als Transgender-Person dargestellt wird. Das berichten brasilianische Medien. Das Verbot sorgte in Brasilien für Empörung – ist aber kein Einzelfall.

Das Stück war schon einmal in Brasilien zu sehen

Das Stück „The Gospel According to Jesus, Queen of Heaven“ (Das Neue Testament nach Jesus, Königin des Himmels) sollte eigentlich am Samstag in der Stadt Jundiai im Bundesstaat Sao Paulo aufgeführt werden. Geschrieben hat es die englische Transgender-Autorin Jo Clifford im Jahr 2006, erstmals aufgeführt wurde es 2009 in Schottland. Auch in Brasilien war es bereits zu sehen – und zwar letztes Jahr, ausgerechnet in São Paulo.

Doch dieses Mal war das Stück nicht zu sehen: Nur einen Tag vor der Aufführung untersagte ein Richter die Aufführung. Das Stück verletze die „christliche Würde“ und mache Jesus Christus „lächerlich“, zitierten brasilianische Zeitungen am Sonntag aus der Urteilsbegründung.

Allerdings wurde das Stück, das auch in Europa wiederholt für Proteste gesorgt hat, sogar mehrfach in Kirchen aufgeführt – unter Verweis auf seine Botschaft für Toleranz und Integration.

Auch eine queere Ausstellung wurde nach konservativen Protesten abgesetzt

In brasilianischen Medien und Sozialen Netzwerken löste das Verbot des Stückes eine Protestwelle aus. Wohl auch, weil es nicht das erste Mal ist, das queere Kunst in Brasilien behindert wird.

So hatte eine Bank im Süden Brasiliens eine Woche zuvor eine Kunstausstellung mit dem Titel „Queermuseum“ nach Protesten konservativer Gruppen abgesetzt. Die Ausstellung wollte Gender-Fragen anhand moderner brasilianischer Kunst diskutieren. Doch die Konservativen sahen in manchen Kunstwerken Aufrufe zu Pädophilie und Blasphemie.