Margaret Court: „Nach der Ehe-Öffnung wird es kein Weihnachten mehr geben“

Erneut fällt die australische Tennis-Legende durch verschrobene Ansichten zur Ehe-Öffnung in ihrer Heimat auf

Margaret Court
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Die australische Tennislegende Margaret Court ist als Gegnerin der Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare bekannt. Nun, da auch in ihrer Heimat darüber abgestimmt wird, warnt die 75-Jährige, die nun als Predigerin arbeitet, noch einmal eindringlich davor: Die Öffnung der Ehe würde zur Abschaffung der Ehe und sämtlicher Feiertage führen.

„Sie wollen die Ehe, weil sie sie zerstören wollen“, erklärte Court: „Es wird keinen Muttertag mehr geben, keinen Vatertag, es wird kein Ostern mehr geben, es wird kein Weihnachten mehr geben.“ Und sie erklärt: „Ich habe das Gefühl, wenn man ein ‚Ja‘-Zeichen [für die Ehe-Öffnung] ins Fenster hängt, ist alles in Ordnung, aber bei einem ‚Nein‘-Zeichen bekommt man einen Ziegel durchs Fenster.“

Für ihre wirren Ansichten ist der 64-fache Grand-Slam-Gewinnerin, die eine der prominentesten Ehe-Öffnungs-Gegnerinnen Australiens ist, die Schirmherrschaft des Cottesloe Tennis Club in Perth entzogen worden. Gegenüber der Zeitung The West Australian nannte sie die Entscheidung des Tennisclubs „politisch motiviert“.

Der Verein würde Teil einer linken Verschwörung sein, die sie daran hindern wolle, ihr Recht auf Redefreiheit zu nutzen, so Margaret Court weiter: „Ich glaube, das ist traurig. Man hat heute keine Redefreiheit mehr, um sich zu verteidigen. Es ist ein trauriger Tag für unsere Nation, wenn es soweit kommt.“

Dass die politischen Ansichten von Court bei der Entscheidung des Vereins eine Rolle spielten, gibt auch Geschäftsführer Michael Roberts zu: „Wenn man eine sehr polarisierende Meinung hat, wenn man sehr deutlich für oder gegen etwas ist, hat das Auswirkungen, wie man von der Allgemeinheit wahrgenommen wird“, erklärt er.

Und die Ansichten von Margaret Court könnten noch weitere Konsequenzen mit sich ziehen: Die offen lesbische Ex-Spitzenspielerin Martina Navratilova hat die Betreiber der Margret Court Arena in Melbourne, wo auch die Australian Open gespielt werden, aufgefordert, den Namen des Stadions zu ändern. Unterstützung dafür kam auch von Billie Jean King, einer anderen lesbischen Spitzen-Tennisspielerin.

Die Australier haben noch bis 7. November Zeit, der Regierung per Briefwahl mitzuteilen, ob sie für oder gegen die Öffnung der Ehe sind. Das Ergebnis ist rechtlich nicht bindend. Die letzte Entscheidung, ob schwule und lesbische Paare in Australien heiraten dürfen, trifft das Parlament.

Die Entscheidung von Premierminister Malcom Turnbull, die 122 Millionen australische Dollar teure Briefwahl zu veranstalten, stößt auf Kritik: Der Politiker habe damit nur Gegner der Ehe-Öffnung in seiner Koalition ruhigstellen wollen, heißt es.